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Bosniens Geflügelexporte fallen nach viermonatiger EU-Sperre und Dürre auf 16,5 Millionen KM

Bosnien und Herzegowina hat in den ersten sieben Monaten des Jahres Hühnerfleisch im Wert von rund 16,5 Millionen KM exportiert, etwa 5,5 Millionen KM weniger als im Vorjahreszeitraum. Auslöser war eine viermonatige Aussetzung der Lieferungen in die EU nach einem Geflügelpest-Ausbruch in Petrovo. Die Importe erreichten fast 23 Millionen KM, für das kommende Jahr rechnen Erzeuger mit Preisaufschlägen von 10 bis 15 Prozent.

Bosniens Geflügelexporte fallen nach viermonatiger EU-Sperre und Dürre auf 16,5 Millionen KM

Geflügelerzeuger in Bosnien und Herzegowina haben in den ersten sieben Monaten dieses Jahres Hühnerfleisch im Wert von rund 16,5 Millionen Konvertiblen Mark (KM) exportiert, etwa 5,5 Millionen KM weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im selben Zeitraum führte das Land Fleisch im Wert von knapp 23 Millionen KM ein. Die Zahlen stammen vom öffentlichen Rundfunk BHRT und wurden von Radio Sarajevo und Tuzlainfo verbreitet.

Aus der Differenz beider Warenströme ergibt sich im Hühnerfleischhandel ein Defizit von rund 6,5 Millionen KM. Der Exportrückgang geht unmittelbar auf eine viermonatige Aussetzung der Lieferungen in die Europäische Union zurück, die verhängt wurde, nachdem im März auf einem Bruteierbetrieb in Petrovo die Geflügelpest bestätigt worden war.

Ausbruch in Petrovo schloss den EU-Markt

Anfang März wurden auf dem Betrieb in Petrovo mehr als 60.000 Hennen gekeult, wie Tuzlainfo berichtet. Die Produktion auf anderen Geflügelfarmen des Landes wurde durch den Ausbruch nicht wesentlich gestört, doch die Exportsperre in die EU dauerte vier Monate und traf vor allem die Verarbeitungsstufe.

Bosnische Exporteure liefern überwiegend höherwertige Teilstücke auf ausländische Märkte, während eingeführt vor allem Gefrierfleisch für die Verarbeitung wird, dazu ein Teil an Ware, der direkt in den Handelsregalen landet, meldet BHRT. Diese Zusammensetzung erklärt, warum der geringere Exportwert nicht durch das größere Importvolumen ausgeglichen wird.

5.000 Tonnen im Kühlhaus

Mevludin Kahvedžić, Präsident des Geflügelzüchterverbandes der Föderation Bosnien und Herzegowina, sagte BHRT, den Schlachthöfen seien Mengen geblieben, die sie auf den geplanten Märkten nicht absetzen konnten. „Drei Schlachthöfe, die auf diesem Gebiet tätig sind, haben etwa 5.000 Tonnen Gefrierfleisch auf Lager, und das hat die Schlachthöfe natürlich getroffen. Sie behelfen sich, so gut es geht, und tragen zusätzliche Kosten für Einfrieren, Lagerung und anderes“, sagte er.

Ein Gefrierlager dieser Größe bindet Betriebskapital und erhöht die laufenden Kosten an einer Stelle der Kette, die keinen Ersatzabsatz hat, sobald ein Exportweg geschlossen wird. Radio Sarajevo berichtet, der Stillstand habe die heimischen Schlachthöfe unter Überschussware begraben.

  • Export: rund 16,5 Millionen KM in sieben Monaten, etwa 5,5 Millionen KM weniger als im Vorjahr
  • Import: knapp 23 Millionen KM, Defizit rund 6,5 Millionen KM
  • Lager: etwa 5.000 Tonnen Gefrierfleisch bei drei Schlachthöfen
  • Keulung: mehr als 60.000 Hennen im März auf dem Bruteierbetrieb in Petrovo

Hitze und Dürre erhöhen die Verluste in den Ställen

Während die Schlachthöfe mit den Lagerbeständen kämpften, traf die Betriebe im Sommer ein zweites Problem. Hohe Temperaturen und Dürre erhöhten die Tierverluste und zwangen die Erzeuger, ihre Ställe auf eigene Kosten an die Witterung anzupassen. „Das hat zu höheren Verlusten in den Geflügelställen geführt. Die Leute behelfen sich, wie sie können, sie improvisieren, bringen Beschattung und anderes an, aber das sind alles zusätzliche Kosten in den Ställen“, sagte Kahvedžić.

Kleinere Erzeuger tragen dieselben Kosten bei dünneren Margen. Osman Spahić, Geflügelhalter aus Gračanica mit zwei Jahrzehnten Erfahrung, produziert jährlich rund 100 Tonnen Hühnerfleisch und hat in den vergangenen Monaten etwa 20.000 KM in die Modernisierung gesteckt: Fütterungstechnik, ein Silo und Automatik. „Bisher gab es diese Kette, also habe ich von Hand gefüttert. Jetzt läuft die Fütterung von allein. Ich habe es mir und meiner Frau leichter gemacht. Erweitern kann ich jetzt nicht – bei besserem Verdienst würde ich einen Kredit aufnehmen und einen weiteren Stall bauen“, sagte er.

Futterkosten deuten auf höhere Preise im kommenden Jahr

Bis zum Jahresende erwarten die Vertreter der Geflügelverbände keine wesentlichen Preisänderungen bei Hühnerfleisch. Für das kommende Jahr halten sie einen Anstieg der Einzelhandelspreise um 10 bis 15 Prozent für nahezu sicher, vor allem wegen der nach der diesjährigen Dürre erwarteten Verteuerung von Futtermitteln.

Ungeklärt bleibt auch die Frage der Entschädigung heimischer Geflügelhalter bei Ausbrüchen von Tierseuchen. Erzeuger und zuständige Behörden in Bosnien und Herzegowina finden dazu seit Jahren keine Einigung. Zusammen mit steigenden Vorleistungskosten und anhaltenden Importen bleiben die Kosten des nächsten Ausbruchs damit in den Bilanzen der Betriebe.

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