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Bosniens Arzneimittelimporte fast fünfmal so hoch wie heimischer Umsatz

Der Arzneimittelumsatz in Bosnien und Herzegowina erreichte 2025 rund 1,181 Milliarden KM. Auf Importe entfielen 978,88 Millionen KM, fast fünfmal so viel wie die 202,46 Millionen KM der heimischen Hersteller.

Bosniens Arzneimittelimporte fast fünfmal so hoch wie heimischer Umsatz

Bosniens Arzneimittelmarkt erreicht 1,18 Milliarden KM

Der Arzneimittelumsatz in Bosnien und Herzegowina belief sich 2025 auf 1.181.345.058,43 KM. Das geht aus einem Bericht der nationalen Agentur für Arzneimittel und Medizinprodukte hervor, über den Bljesak.info berichtete. Der Gesamtwert umfasst die Einfuhr ausländischer Medikamente sowie die von heimischen Pharmaherstellern gemeldeten Umsätze.

Auf importierte Medikamente entfielen 978.883.756,43 KM, während die inländischen Hersteller 202.461.302,00 KM umsetzten. Damit war der Importwert etwa 4,8-mal so hoch wie der heimische Umsatz und entsprach rund 82,9 % des finanziellen Marktvolumens. Die lokalen Produzenten kamen auf die verbleibenden 17,1 %.

Die Zahlen verdeutlichen, wie stark Bosnien und Herzegowina bei Arzneimitteln auf ausländische Lieferungen angewiesen ist. Für die heimischen Hersteller zeigt die Differenz zugleich, welchen Marktumfang derzeit internationale Anbieter bedienen. Aus den Finanzdaten der Agentur geht allerdings nicht hervor, ob importierte und lokal hergestellte Arzneimittel in denselben Therapiebereichen konkurrieren.

Krebs- und Immunsystempräparate führen die Ausgaben an

Den höchsten Umsatz unter den großen Kategorien erzielten antineoplastische und immunmodulierende Arzneimittel mit 242,5 Millionen KM. Diese Mittel zur Behandlung bösartiger Erkrankungen und zur Regulierung des Immunsystems standen 2025 für 20,53 % des gesamten Arzneimittelumsatzes.

Arzneimittel für Verdauungstrakt und Stoffwechsel folgten mit 185,3 Millionen KM und einem Anteil von 15,69 %. Herz-Kreislauf-Medikamente erreichten 172 Millionen KM beziehungsweise 14,56 %. Auf Mittel für Blut und blutbildende Organe entfielen 117 Millionen KM oder 9,90 %, auf Arzneimittel für das Nervensystem 116,9 Millionen KM, laut Bericht ebenfalls 9,90 %.

Zusammen stellten diese fünf Hauptkategorien den größten Teil des Marktwertes. Die Rangfolge weist auf eine besonders hohe finanzielle Nachfrage in der Onkologie, Immuntherapie sowie bei Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. Da die veröffentlichten Zahlen Importe und heimische Umsätze nicht nach Kategorien trennen, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, wo lokale Hersteller realistische Möglichkeiten zur Importsubstitution haben.

Therapiegruppen zeigen Nachfrage bei chronischen Krankheiten

Auf Ebene einzelner Therapiegruppen erzielten antineoplastische Mittel den höchsten Umsatz. Zu den weiteren führenden Gruppen gehörten Antihyperglykämika zur Diabetesbehandlung, Wirkstoffe für das Renin-Angiotensin-System gegen Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, antithrombotische Mittel sowie systemisch eingesetzte Antibiotika.

Damit zählen Behandlungen gegen Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen zu den finanziell bedeutendsten Bereichen des bosnisch-herzegowinischen Arzneimittelmarktes. Die Struktur ist für Hersteller bei der Portfolioplanung, für Händler bei der Bestandssteuerung und für internationale Anbieter bei der Nachfragebewertung relevant. Der Bericht enthält jedoch keine Angaben zu einzelnen Unternehmen, Produktmengen, Preisen oder Herkunftsländern.

Umsatz misst nicht den tatsächlichen Verbrauch

Die Agentur betonte, dass der Bericht Arzneimittelumsätze in finanziellen Werten erfasst. Er misst weder den tatsächlichen Medikamentenverbrauch der Bevölkerung noch die Zahl der abgegebenen Packungen. Die Werte bilden somit Markterlöse und keine Behandlungsmengen ab; zudem können Preisunterschiede zwischen den Therapiekategorien das Ergebnis beeinflussen.

Diese Abgrenzung ist besonders wichtig, wenn hochpreisige Spezialpräparate mit häufig verwendeten, aber günstigeren Medikamenten verglichen werden. Die Daten belegen eine hohe finanzielle Importabhängigkeit. Für eine Bewertung der Versorgungssicherheit und des realistischen Potenzials für zusätzliche Inlandsproduktion wären jedoch Angaben zu Packungsmengen, Wirkstoffen, Einkaufspreisen und Produktionskapazitäten erforderlich.

Vollständige Marktanalyse

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