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Biokraftstoff-Ausbau könnte Brasiliens Kostenvorteil bei Fleisch vergrößern, zeigen Rabobank-Prognosen

Rabobank-Prognosen, über die Canal Rural berichtet, deuten darauf hin, dass der Ausbau von Maisethanol und Biodiesel in Brasilien das heimische Angebot an Futtermittelrohstoffen erhöht. Futter ist der größte Einzelkostenblock in der Geflügel-, Schweine- und Mastrindererzeugung, weshalb der Effekt Brasiliens Wettbewerbsposition bei Fleisch stärken würde. Die Menge der zusätzlichen Nebenprodukte hängt von der Beimischungspolitik ab, nicht von der Nachfrage der Tierhaltung.

Biokraftstoff-Ausbau könnte Brasiliens Kostenvorteil bei Fleisch vergrößern, zeigen Rabobank-Prognosen

Der Ausbau der brasilianischen Biokraftstoffindustrie könnte die Wettbewerbsposition des Landes in der Fleischerzeugung stärken. Das geht aus Prognosen der Rabobank hervor, über die das brasilianische Agrarmedium Canal Rural berichtet. Die Bank erwartet, dass ein steigender Ausstoß von Maisethanol und Biodiesel das heimische Angebot an Futtermittelrohstoffen erhöht – dem größten Einzelkostenblock in der Geflügel-, Schweine- und Mastrindererzeugung.

Canal Rural stellt das Ergebnis als Studie auf Basis von Rabobank-Prognosen dar. Der Mechanismus dahinter ist einfach: Keiner der beiden Kraftstoffe entsteht, ohne einen protein- und energiereichen Reststoff zu hinterlassen, der in Tierrationen landet. Wächst die Biokraftstoffmenge, wächst die Menge dieser Nebenprodukte mit – und sie gehen in den heimischen Futtermarkt, statt das Land als Rohgetreide oder Bohnen zu verlassen.

Nebenprodukte verbinden Kraftstoff und Futter

Bei der Maisethanolproduktion wird Stärke zur Fermentation abgetrennt, zurück bleibt Schlempe (Distillers Grains), die trocken oder feucht an Futtermühlen und integrierte Tierhaltungsbetriebe geht. Biodiesel wirkt über die Ölsaatenverarbeitung: Je mehr Pflanzenöl die Kraftstoffkette aufnimmt, desto mehr Ölsaaten müssen verarbeitet werden – und jede verarbeitete Tonne liefert deutlich mehr Proteinschrot als Öl. In beiden Fällen treibt der Kraftstoff die Investitionsentscheidung, der Futtermittelrohstoff ist das Nebenprodukt. Das Futterangebot wächst damit im Takt der Energienachfrage, nicht der Tierhaltung.

Genau diese Entkopplung macht die Prognose für Erzeuger relevant. Bisher folgte die Verfügbarkeit von Futtermittelrohstoffen in Brasilien der Getreide- und Ölsaatenernte sowie dem Sog der Exportnachfrage. Wird ein wachsender Anteil von Mais und Sojabohnen im Land zu Kraftstoff verarbeitet, bleiben Schrot und Schlempe automatisch im Land – in der Nähe der Geflügel- und Schweinecluster, die sie verbrauchen.

Wo die Fleischketten profitieren

Für Fleischerzeuger läuft der Effekt über Rationskosten und Versorgungssicherheit. Die von Canal Rural zitierten Rabobank-Prognosen deuten auf mehr verfügbare Futtermittelrohstoffe im Inland hin. Das betrifft die drei Ketten mit Stallhaltung am direktesten:

Die Politik bestimmt die Menge

Der Vorbehalt: Die Biokraftstoffproduktion wird nicht vom Fleischmarkt bestimmt. Beimischungsquoten, Regulierung und Kraftstoffpreise legen fest, wie viel Ethanol und Biodiesel entsteht – und damit, wie viel Nebenprodukt die Futtermühlen erreicht. Eine Investitionsflaute bei Biokraftstoffen oder geänderte Beimischungsregeln würden das zusätzliche Futterangebot schmälern, auf dem die Prognose beruht, ohne dass sich die Nachfrage der Tierhaltung ändert. Der Futtervorteil kommt nach dem Zeitplan der Energiepolitik.

Worauf zu achten ist

Die Signale für die Branche sind das Tempo, in dem neue Maisethanolkapazitäten in Betrieb gehen, die Richtung der Beimischungspolitik, die Verarbeitungsmengen bei Ölsaaten sowie das Preisverhältnis zwischen Mais, Proteinschrot und Schlempe. Canal Rural berichtet über die Rabobank-Prognosen ohne veröffentlichte Zahl zur zusätzlichen Futtermenge, weshalb die Größe des Effekts noch offen ist. Die Richtung spricht nach Einschätzung der Bank für brasilianische Fleischerzeuger, die auf Exportmärkten über die Kosten konkurrieren.

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