Lukaschenko: Gesamte belarussische Kalimenge ist kontrahiert, für westliche Märkte bleibt nichts
Präsident Alexander Lukaschenko erklärte, sämtliche verfügbaren Mengen belarussischen Kalidüngers seien bereits für den Export kontrahiert; Lieferungen an westliche Märkte seien in diesem Jahr ausgeschlossen. Zollchef Wladimir Orlowski berichtete, auf die östliche Richtung entfielen inzwischen 85 % des belarussischen Aus- und Einfuhrvolumens. Die Aussage folgt auf die Aufhebung der US-Sanktionen gegen den belarussischen Kaliproduzenten und eine kleine Lieferung in die USA.
Sämtliche verfügbaren Mengen belarussischen Kalidüngers sind bereits für den Export kontrahiert, erklärte Präsident Alexander Lukaschenko und schloss Lieferungen an westliche Märkte im laufenden Jahr aus. Er äußerte sich am Montag in Minsk bei einem Bericht von Wladimir Orlowski, dem Vorsitzenden des Staatlichen Zollkomitees, wie EADaily am 21. September 2026 meldete.
„Soweit mich der Ministerpräsident und die Regierung informiert haben, ist es uns gelungen, uns nach Osten umzuorientieren. Die Verhandlungen mit den Amerikanern sind ein Beleg dafür“, sagte Lukaschenko laut den vom Presseamt des Präsidenten verbreiteten Zitaten. „Selbst wenn wir irgendwohin liefern wollten, auf andere Märkte, auf westliche Märkte – wir haben diese Mengen einfach nicht, alles ist kontrahiert.“ Die produzierte Ware sei bereits für das laufende Jahr vergeben, weshalb der amerikanischen Seite keine großen Mengen angeboten werden könnten.
Zolldaten untermauern die Ostverlagerung
Orlowski berichtete, auf die östliche Richtung entfielen derzeit 85 % des gesamten belarussischen Exports und Imports belarussischer Unternehmen. Zudem nannte er Zahlen zu den Zolleinnahmen für den Staatshaushalt.
- 85 % der Aus- und Einfuhrströme belarussischer Unternehmen verlaufen nach Angaben des Staatlichen Zollkomitees in östliche Richtung.
- Die Zollzahlungen an den Staatshaushalt stiegen binnen acht Monaten um 3,5 %.
- Im laufenden Monat liegt das Wachstum bei 5,2 %.
Lukaschenko betonte, die groben wirtschaftlichen Angriffe der EU-Staaten und des Westens insgesamt seien „nirgendwohin verschwunden“, während die Umlenkung der Warenströme nach Osten weitergehe. Er erkundigte sich bei Orlowski zudem nach Warenlieferungen aus unfreundlichen Staaten, die Sanktionen gegen Belarus verhängt haben, sowie nach dem von Russland eingeführten System zur Bestätigung der Warenerwartung (russische Abkürzung SPOT).
Sanktionslockerung bringt keine Mengen
Die USA hatten zuvor die Sanktionen gegen den belarussischen Kaliproduzenten aufgehoben, erinnert EADaily. Danach berichtete Lukaschenko über eine kleine Kalilieferung in die Vereinigten Staaten. Die Aussagen vom Montag markieren die Grenze des Möglichen: Minsk verweist weiterhin auf Gespräche mit amerikanischen Käufern, doch laut Präsident stehen während der Laufzeit der bestehenden Verträge keine nennenswerten Tonnagen zur Verfügung.
Bemerkenswert ist, dass Lukaschenko die Gespräche mit den Amerikanern als Beleg für die Ostorientierung darstellte und nicht als Schritt zurück auf westliche Märkte. Die Logik: Belarus kann es sich leisten, westliche Geschäfte abzulehnen, gerade weil die Produktion bereits anderweitig platziert ist.
Was die Aussage offenlässt
Weder der Zollbericht noch die Ausführungen des Präsidenten enthielten Produktions- oder Exportzahlen für Kali. Weder Tonnagen noch Vertragspartner, Lieferrichtungen oder Preise wurden genannt; das Ende der laufenden Verpflichtungen wurde nur mit dem Verweis auf das laufende Jahr umrissen.
Kali wird überwiegend über Jahres- und Mehrjahresverträge gehandelt, weshalb die Formulierung, alles sei kontrahiert, gängige kommerzielle Praxis beschreibt und keine sanktionsbedingte Beschränkung. Die im Gespräch genannten Zollzahlen beziehen sich auf den gesamten belarussischen Außenhandel, nicht auf Kali; eine Aufschlüsselung nach Waren wurde nicht vorgelegt. Für Importeure in Europa und Nordamerika bleibt eine enge, aber klare Schlussfolgerung: Nach Darstellung von Minsk selbst hat die Aufhebung der US-Beschränkungen gegen den belarussischen Produzenten keine Spotmengen geschaffen; zusätzliche Partien müssten auf die nächste Kontraktrunde warten oder von anderen Lieferanten kommen.