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Belarus erntet mehr als 8 Millionen Tonnen Getreide und Raps

Belarus hat einschließlich Raps mehr als 8 Millionen Tonnen Getreide eingebracht, fast 1,5 Millionen Tonnen mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die raschere Ernte und die größere Bedeutung von Raps verbessern die Aussichten auf eine Rekordernte und zusätzliche Mengen an Öl und Eiweißschrot.

Belarus erntet mehr als 8 Millionen Tonnen Getreide und Raps

Ernte liegt vor dem Vorjahresplan

Belarussische Betriebe haben nach Angaben von MIR 24 mehr als 8 Millionen Tonnen Getreide einschließlich Raps geerntet. Das sind fast 1,5 Millionen Tonnen mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres und deutet auf einen schnelleren Verlauf der Feldarbeiten hin. Die Region Minsk führt weiterhin beim Erntevolumen, während die Landwirte für den restlichen Verlauf der Kampagne günstige Erwartungen äußern.

Das derzeitige Tempo erhöht die Aussicht, dass Belarus den Rekord des vergangenen Jahres erreichen oder übertreffen kann. Präsident Alexander Lukaschenko hat das damalige Ergebnis von 11 Millionen Tonnen zur Vorgabe für die laufende Ernte erklärt und ein deutliches Wachstum gefordert. Die bisher gemeldeten mehr als 8 Millionen Tonnen umfassen jedoch Getreide und Raps zusammen. Sie zeigen daher nicht, wie nahe die reine Getreideernte dem Ziel von 11 Millionen Tonnen bereits ist.

Raps verspricht höhere Erlöse

Raps gewinnt wegen seines höheren Wertes in der Anbauplanung an Gewicht. Laut MIR 24 kostet eine Tonne Ölsaat für Lebensmittelzwecke mehr als 1.000 belarussische Rubel oder knapp 28.000 russische Rubel und damit doppelt so viel wie eine Tonne Brotgetreide. Dieser Aufschlag macht jeden zusätzlichen Ertrag für die Betriebe finanziell relevant und erklärt die Ausweitung der Anbaufläche.

Den höheren Erlösen stehen größere Produktionsrisiken gegenüber. Raps reift ungleichmäßig, und seine Schoten platzen leicht auf, sodass eine verspätete Ernte zu Saatverlusten führt. Die Betriebe müssen warten, bis die Samen ausreichend getrocknet sind, und zugleich rechtzeitig mit der Ernte beginnen. Schlagkraft, verfügbare Maschinen und die Abstimmung zwischen den Betrieben sind besonders wichtig, wenn große Flächen innerhalb eines kurzen Zeitfensters die optimale Reife erreichen.

Verarbeitung rückt in den Mittelpunkt

Lukaschenko befürwortet eine Ausweitung der Rapsfläche, doch das politische Ziel geht über eine größere Rohstoffernte hinaus. Durch die Verarbeitung im Inland entstehen Speiseöl und eiweißreiches Schrot für die Tierhaltung. Die Kultur erschließt damit zwei Absatzwege und verbindet die Pflanzenölindustrie mit dem bedeutenden belarussischen Milch- und Fleischsektor.

Zusätzliche Verarbeitungskapazitäten könnten mehr Wertschöpfung im Land halten, statt ausschließlich unverarbeitete Saat zu verkaufen. Das Schrot eignet sich als Viehfutter, während das Öl ein höherwertiges Lebensmittel darstellt. Die Wirtschaftlichkeit hängt von Saatqualität, Verarbeitungskapazität und der Begrenzung von Feldverlusten ab. Der gemeldete Preisaufschlag für Saat in Lebensmittelqualität macht zudem eine verlässliche Qualitätskontrolle erforderlich.

Mögliche Folgen für das Exportangebot

Belarus liefert Lebensmittel in mehr als 100 Staaten und gehört laut MIR 24 zu den zehn größten Milchexporteuren sowie zu den 15 führenden Fleischexporteuren. Eine größere Rapsernte könnte diese exportorientierte Agrarbasis direkt durch Ölsaatprodukte oder indirekt durch die Versorgung der Tierhalter mit Schrot stärken. Angaben zu Rapsexportmengen, Zielländern oder einer Prognose für die endgültige Ernte enthält der Bericht nicht. Die Wirkung auf das Auslandsangebot hängt daher vom abgeschlossenen Drusch und der inländischen Verarbeitung ab.

Für Erzeuger und Verarbeiter besteht die unmittelbare Aufgabe darin, die Erträge während der schnellen Ernte zu sichern und einen größeren Teil der wertvollen Saat in Öl und Futtermittel umzuwandeln. Bestätigen sich die günstigen Erwartungen, kann Belarus sowohl die Menge als auch den Wert seiner Agrarproduktion erhöhen. Ob der Vorjahresrekord übertroffen wird, lässt sich erst nach Abschluss der Ernte und einer getrennten Meldung der Getreide- und Rapsmengen beurteilen.

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