Baukosten für Wohnhäuser in Griechenland erreichen 2.500 € je Quadratmeter
Der Bau eines modernen Hauses in Griechenland hat sich seit Beginn der postpandemischen Inflationskrise um rund 40 % verteuert und kann mehr als 2.500 € je Quadratmeter kosten. Materialpreise, Energieauflagen und Genehmigungskosten treiben zugleich Neubaupreise, Bestandswerte und Mieten.
Baubudgets steigen um rund 40 %
Der Bau eines modernen Hauses in Griechenland kann inzwischen 2.500 € je Quadratmeter oder mehr kosten. Höhere Baustoffpreise treffen auf strengere Anforderungen an die Energieeffizienz. ThePostPolitics berichtet, dass die gesamten Baukosten seit Beginn der Inflationskrise nach der Pandemie um rund 40 % gestiegen sind.
Die Preissteigerungen betreffen Materialien aus sämtlichen Bauphasen. Der Bericht nennt Zuwächse von 11,6 % bei Ziegeln, 10 % bei Kupferleitern, 6,2 % bei Transportbeton, 5,2 % bei Kunststoffrohren, 4,8 % bei Aluminiumrahmen und 3,4 % bei Bewehrungsstahl. Diese Produkte werden für Rohbau, Leitungen und Ausbau benötigt, sodass Bauunternehmen die Mehrkosten kaum vollständig über ihre Margen auffangen können.
Auch der Standort beeinflusst die Rechnung. Auf griechischen Inseln entstehen besonders hohe Kosten durch längere und komplexere Transportwege. Ein Mangel an spezialisierten Bautrupps verteuert zusätzlich Arbeit und Projektsteuerung. Häuser mit identischer Ausstattung können deshalb je nach Bauort deutlich unterschiedliche Budgets erfordern.
Die Ausstattung bestimmt den Endpreis
Nach Angaben von Mecha Engineering kostet selbst ein einfacher moderner Bau mehr als 1.400 € je Quadratmeter. Die durchschnittlichen reinen Baukosten liegen bei 1.700 €. Ein Basishaus, das die griechische Neubauverordnung erfüllt und die Energieklasse B+ oder A erreicht, kostet zwischen 1.600 und 1.800 € je Quadratmeter.
Eine höherwertige schlüsselfertige Immobilie mit besseren Materialien, Energieklasse A+, Wärmepumpen und Fußbodenheizung kostet zwischen 1.900 und 2.300 € je Quadratmeter. Bei Luxusimmobilien beginnen die Kosten bei 2.500 € je Quadratmeter und steigen durch Smart-Home-Technik, besondere architektonische Lösungen und Premiummaterialien weiter.
Diese Schätzungen enthalten noch nicht sämtliche Entwicklungskosten. Für Baugenehmigungen kommen 100 bis 150 € je Quadratmeter hinzu, einschließlich Studien, Beiträgen und technischer Bauaufsicht. Werden Grundstück, Finanzierung und Gewinnmarge berücksichtigt, muss der Verkaufspreis entsprechend höher liegen.
Der Druck erfasst Kaufpreise und Mieten
Die höheren Neubaukosten wirken auf den gesamten Wohnungsmarkt. Ein Teil der Käufer weicht auf ältere Immobilien aus und stützt damit auch dort die Preise. Von ThePostPolitics zitierte Daten von Indomio beziffern den durchschnittlichen Angebotspreis in Griechenland auf 2.769 € je Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von 5,6 % binnen eines Jahres und 37,8 % binnen fünf Jahren. In einzelnen Vierteln Attikas wurden bis zu 13,2 % verzeichnet.
Die Mieten entwickeln sich in dieselbe Richtung. Die durchschnittliche Angebotsmiete erreichte 10,70 € je Quadratmeter und lag damit 39,5 % über dem Niveau von vor fünf Jahren. Hohe Baukosten begrenzen den Beitrag neuer Wohnungen zur Entspannung des Mietmarktes, besonders an Standorten mit teurem Land, hohen Arbeitskosten oder aufwendiger Logistik.
In Griechenland stehen rund 800.000 Wohnungen leer. Ihre erneute Nutzung erfordert jedoch häufig umfassende Renovierungen und energetische Sanierungen, für die dieselben verteuerten Materialien benötigt werden. Der Leerstand ist somit ein potenzielles Angebot, aber keine sofort verfügbare Quelle günstiger Wohnungen. Für Bauunternehmen und Investoren hängt die Rentabilität stärker von Ausstattung, Standort und Zahlungsfähigkeit der Käufer oder Mieter ab.