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BarMar-Wasserstoffpipeline soll Spanien und Frankreich durch das Mittelmeer verbinden

Die geplante Unterwasserpipeline BarMar soll erneuerbaren Wasserstoff von Barcelona nach Fos-sur-Mer in Südfrankreich transportieren. Als Teil von H2Med könnte sie Spanien und Portugal einen Exportweg zu Industriemärkten in Frankreich, Deutschland und Nordwesteuropa eröffnen.

BarMar-Wasserstoffpipeline soll Spanien und Frankreich durch das Mittelmeer verbinden

Eine neue Energieverbindung im Mittelmeer

Spanien und Frankreich bereiten eine Unterwasserverbindung für Wasserstoff vor, die einen Teil des künftigen europäischen Energiehandels durch das Mittelmeer lenken könnte. BarMar soll Barcelona mit Fos-sur-Mer bei Marseille verbinden und die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff auf der Iberischen Halbinsel an die industrielle Nachfrage in Frankreich und weiter nördlich anbinden.

AS zufolge wäre die direkte Strecke rund 400 Kilometer lang. Für das Gesamtsystem seien zugleich fast 450 Kilometer Unterwasserleitung sowie Verdichterstationen und Anschlüsse an nationale Wasserstoffnetze erforderlich. Der Bau von BarMar hat noch nicht begonnen. Vorstudien haben die technische Machbarkeit der Meeresroute jedoch bestätigt und keine größeren Hindernisse am Meeresboden festgestellt.

Das Projekt befindet sich außerdem in der öffentlichen Konsultation und Umweltprüfung, zwei vorgeschriebenen Phasen für große europäische Energieinfrastruktur. Zu den vorgesehenen Betreibern gehören das spanische Unternehmen Enagás sowie GRTgaz und Teréga aus Frankreich. Weitere europäische Netzbetreiber sind am übergeordneten Korridor beteiligt.

H2Med zielt auf Industriemärkte im Norden

BarMar bildet das maritime Kernstück von H2Med. Zum Korridor gehört auch CelZa, die Verbindung zwischen Celorico in Portugal und Zamora in Spanien. Gemeinsam sollen diese Leitungen erneuerbaren Wasserstoff aus Portugal und Spanien nach Frankreich und später nach Deutschland und Nordwesteuropa bringen.

Nach Angaben von AS soll das vollständige H2Med-System jährlich bis zu 2 Millionen Tonnen Wasserstoff transportieren. Das entspräche ungefähr 10 % des für 2030 prognostizierten europäischen Wasserstoffverbrauchs. Wird der aktuelle Zeitplan eingehalten, soll die Infrastruktur zu Beginn des kommenden Jahrzehnts in Betrieb gehen.

Die wirtschaftliche Grundlage bilden die Solar- und Windressourcen der Iberischen Halbinsel. Erneuerbarer Strom könnte die Wasserstoffproduktion in Spanien und Portugal versorgen, während die Pipeline Zugang zu großen Industriekunden in Nordeuropa schafft, die emissionsärmere Energie benötigen. Exporteure erhielten damit einen eigenen physischen Transportweg in Märkte, die ohne grenzüberschreitende Pipelinekapazität nur schwer in großem Umfang zu beliefern sind.

Strategischer Status beseitigt Umsetzungsrisiken nicht

BarMar ging teilweise aus der gescheiterten Debatte über die MidCat-Pipeline hervor, ist aber für einen anderen Energieträger vorgesehen. MidCat sollte Erdgas transportieren, BarMar dagegen erneuerbaren Wasserstoff. Laut AS hat die Europäische Union H2Med als strategische Infrastruktur anerkannt, Projekte dieser Art in ihr vorrangiges TEN-E-Energienetz aufgenommen und BarMar für europäische Finanzierung ausgewählt.

Das Vorhaben befindet sich dennoch weiterhin vor der Bauphase. Umweltgenehmigungen, öffentliche Konsultation, technische Planung und die Einbindung in die portugiesischen, spanischen, französischen und deutschen Netze müssen noch einen funktionsfähigen Handelskorridor ermöglichen. Gleichzeitig entstehen konkurrierende Lieferwege: Tunesien, Italien, Österreich und Deutschland haben sich Algerien angeschlossen, um ein Projekt zur Versorgung Europas mit grünem Wasserstoff aus Nordafrika anzukündigen. Für Importeure und Exporteure hängt die Bedeutung von BarMar daher nicht nur von der Leitungskapazität ab, sondern auch vom Zeitplan, vom verfügbaren Wasserstoff und von den Anschlüssen der Endabnehmer.

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