Bắc Ninh baut Anbaugebietssystem für Pomelo-Exporte nach China neu auf
Bắc Ninh beantragt die Zulassung von 19 Pomelo-Anbaugebieten mit insgesamt 50,9 Hektar, nachdem bis August 2026 sämtliche Exportcodes für Pomelos und Zitronen weggefallen waren. Erzeuger und Packbetriebe müssen neue chinesische Vorgaben zu Pflanzengesundheit, Rückverfolgbarkeit und Schädlingskontrolle erfüllen.
Neues Protokoll schafft einen geregelten Zugang zu China
Die Provinz Bắc Ninh baut ihr System registrierter Pomelo-Plantagen neu auf, nachdem Vietnam und China am 15. April 2026 ein Protokoll über Pflanzenschutzanforderungen für den Export frischer Pomelos und Zitronen unterzeichnet hatten. Die Vereinbarung eröffnet einen formellen Zugang zum chinesischen Markt. Ausfuhren sind jedoch erst möglich, wenn sowohl Anbaugebiete als auch Packbetriebe genehmigt wurden.
Nach Angaben einer Publikation der Provinz Bắc Ninh müssen alle für China produzierenden Plantagen und Packbetriebe beim vietnamesischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt registriert und vor dem Export von der chinesischen Zollverwaltung GACC zugelassen werden. Jede Lieferung muss sich bis zum Anbaugebiet und zum Packbetrieb zurückverfolgen lassen. Dafür sind eine organisierte Produktion, vollständige Aufzeichnungen und Kontrollen während Anbau und Verpackung erforderlich.
GAP und integrierter Pflanzenschutz werden Pflicht
Registrierte Anbaugebiete müssen gute landwirtschaftliche Praxis oder einen gleichwertigen Standard anwenden und integrierten Pflanzenschutz betreiben. Zudem sind die von China als relevant eingestuften Schadorganismen zu überwachen, darunter Fruchtfliegen. Die Erzeuger müssen Fallen aufstellen, die Bestände regelmäßig kontrollieren und vom Saisonbeginn an geeignete Gegenmaßnahmen umsetzen.
Pomelos müssen mindestens 60 Tage vor der Ernte eingetütet werden. Pflanzenschutzmittel dürfen nur vorschriftsgemäß, für den vorgesehenen Zweck und in der richtigen Dosierung eingesetzt werden; auch die Wartezeiten sind einzuhalten. Sämtliche Anwendungen müssen im Produktionstagebuch dokumentiert werden, damit sich Rückstandsrisiken und die Bewirtschaftung nachvollziehen lassen. Die Provinz fördert außerdem biologische und anbautechnische Verfahren, um die Abhängigkeit von chemischen Mitteln zu senken.
Für Packbetriebe gelten eine eigene Registrierung und Hygienevorgaben. Die Früchte müssen sortiert und gereinigt werden; kranke, beschädigte, deformierte oder von Schädlingen befallene Ware ist auszusondern. Zweige, Blätter, Erde und sonstige Pflanzenreste dürfen in Exportpartien nicht enthalten sein. Damit werden Packkapazitäten und Dokumentation ebenso entscheidend wie die Einhaltung der Regeln im Obstgarten.
Große Anbaufläche, aber keine aktiven Exportcodes
Bắc Ninh verfügt über mehr als 5.200 Hektar Pomelo-Anbaufläche und eine geschätzte Jahresproduktion von 47.000 Tonnen. Davon werden 3.660 Hektar nach VietGAP bewirtschaftet. Zu den wichtigsten Sorten zählen Diễn-Pomelo, grünschalige Pomelo und đào đường. Anbauschwerpunkte liegen unter anderem in Lục Ngạn, Chũ, Phượng Sơn, Nam Dương, Đèo Gia, Biển Động, Lục Sơn, Yên Thế, Kiên Lao und Vân Sơn.
Von 2022 bis 2025 gab es in der Provinz 28 Codes für Pomelo-Anbaugebiete mit zusammen 304,16 Hektar, die für den Binnenmarkt und den Export vorgesehen waren. Bis 2026 hatten jedoch einige Landwirte Flächen auf andere Kulturen umgestellt. Dadurch unterschritten bestimmte Gebiete die vorgeschriebene Mindestgröße von 10 Hektar für Obstanbauzonen. Die meisten registrierten Plantagen bedienten weiterhin den Inlandsmarkt, bereits codierte Gebiete erzielten im Wesentlichen keine Auslandslieferungen und einige hielten die Zulassungsbedingungen nicht dauerhaft ein.
Das Landwirtschafts- und Umweltressort der Provinz ordnete deshalb Vor-Ort-Prüfungen und den Entzug der Exportcodes an. Im August 2026 verfügte Bắc Ninh über keinen gültigen Anbaugebietscode für den Export von Pomelos oder Zitronen.
Anträge decken nur einen kleinen Teil der Produktion ab
Gemeinden und Stadtbezirke haben nun 19 Anbaugebiete vorgeschlagen, die jeweils einem Erzeuger zugeordnet sind und zusammen 50,9 Hektar umfassen. Die Fachbehörden wollen diese Flächen prüfen, standardisieren und bis Ende 2026 codieren. Selbst bei vollständiger Genehmigung würden sie nur einen kleinen Teil der Pomelo-Fläche der Provinz repräsentieren.
Die Behörden arbeiten mit Unternehmen an Produktionsplänen für Pomelos, Zitronen und weitere wichtige Agrarprodukte, die für China und andere Märkte bestimmt sind. Dazu gehören Beratung zu VietGAP, GlobalGAP und ökologischem Anbau sowie Informationen über staatliche Hilfen. Geplant sind außerdem Kontrollen von Pflanzmaterial, die Bündelung der Produktion und eine laufende Überwachung nach der Zulassung. Zugleich soll eine unkontrollierte Ausweitung des Zitrusanbaus verhindert werden, die Überangebot und fallende Preise auslösen könnte.