Kohle-Engpass treibt australischen Großhandelsstrompreis auf 19.000 Dollar
Der Großhandelsstrompreis in Australien sprang am Mittwochabend auf 19.000 Dollar, als eine ungewöhnlich windstille Abendspitze auf unerwartet niedrige Leistung der beiden größten Kohlekraftwerke Victorias traf. Laut The Australian Financial Review reagierten Energieexperten ratlos auf das Ausmaß des Sprungs, der zeigt, wie stark das Netz noch von Kohle abhängt.
Australischer Großhandelsstrompreis springt in windstiller Nachfragespitze auf 19.000 Dollar
Der Großhandelsstrompreis in Australien stieg am Mittwochabend auf 19.000 Dollar, wie The Australian Financial Review berichtet, nachdem eine ungewöhnlich windstille Abendspitze auf eine schwächer als erwartete Leistung der Kohleverstromung traf. Dem Blatt zufolge zeigten sich Energieexperten vom Ausmaß des Anstiegs ratlos.
Was den Sprung auslöste
The Australian Financial Review zufolge kam der Preisanstieg zu einem Zeitpunkt, als der Wind während der abendlichen Nachfragespitze abflaute – jenem Zeitfenster, in dem der Verbrauch von Haushalten und Unternehmen üblicherweise steigt. Bei kaum verfügbarer Windkraft und mit dem Sonnenuntergang sinkender Solarleistung stützte sich das Netz auf Kohlekraftwerke, um die Lücke zu schließen.
Auslöser war dem Bericht zufolge die unerwartet niedrige Leistung der beiden größten Kohlekraftwerke Victorias. Ihre verringerte Verfügbarkeit in einer Phase hoher Nachfrage und geringer Erneuerbaren-Einspeisung verknappte das Angebot stark und trieb den Großhandelspreis auf 19.000 Dollar.
Warum die Kohle weiter den Preis bestimmt
Der Vorfall legt einen Widerspruch im Zentrum von Australiens Energiewende offen. The Australian Financial Review merkt an, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien zwar auf dem späteren Ausstieg aus der Kohle beruht, das System aber weiterhin von ihr abhängt. Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, sind es die Kohlekraftwerke, die weiterlaufen.
Diese Abhängigkeit bedeutet, dass ein ungeplanter Rückgang der Kohleleistung – selbst an den größten Anlagen eines einzelnen Bundesstaates – die Preise drastisch bewegen kann. Am Mittwochabend reichte der Ausfall in Victoria aus, um den Großhandelspreis auf 19.000 Dollar zu heben, ein Niveau, das akute Knappheit statt normalen Handels widerspiegelt.
Was das für das Netz bedeutet
Für Marktteilnehmer ist der Sprung eine Erinnerung daran, dass die Versorgungssicherheit während der Wende weiterhin an der Verfügbarkeit der alternden Kohleflotte in Spitzenlast-Momenten hängt. Windstille Abende entziehen dem System einen großen Teil der erneuerbaren Erzeugung genau dann, wenn die Nachfrage am höchsten ist, und überlassen die Balance der Kohle und anderer regelbarer Erzeugung.
Die Folgen tragen energieintensive Verbraucher und Stromhändler, die bei Knappheitspreisen am stärksten exponiert sind. The Australian Financial Review berichtet, dass die Ursache der niedrigen Leistung der Kohlekraftwerke zunächst unklar blieb und Experten den Vorgang noch prüfen. Solange der Ausbau von Erneuerbaren und Speichern nicht groß genug ist, um solche windstillen Spitzen abzudecken, bleiben ähnliche Preisereignisse möglich, sobald Kohlekapazität bei hoher Nachfrage unerwartet ausfällt.