Australiens Hunter-Region baut frühere Kohlestandorte zu Batteriespeichern um
Ehemalige Kohlekraftwerksstandorte in der Hunter-Region von New South Wales werden zu Knotenpunkten für Speicher, erneuerbare Energien und stromintensive Industrien umgebaut. Die Projektpipeline wächst, während Schließungen von Bergwerken und Kraftwerken Tausende Arbeitsplätze und einen erheblichen Teil der kommunalen Einnahmen bedrohen.
Batterieprojekte entstehen auf früheren Kohlestandorten
In Australiens Hunter-Region werden ehemalige Kohlekraftwerksstandorte für Batteriespeicher und erneuerbare Energien umgenutzt, während sich New South Wales auf weitere Kraftwerks- und Bergwerksschließungen vorbereitet. In Liddell bei Muswellbrook wurden Anfang dieses Jahres die 169 Meter hohen Schornsteine des stillgelegten Kohlekraftwerks gesprengt. Sie hatten mehr als 50 Jahre das Ortsbild geprägt. Neben den früheren Kesseln wurde ein neuer Speicher installiert, der beim Besuch von SBS News innerhalb weniger Wochen in Betrieb gehen sollte.
Liddell ist eines von acht genehmigten Batterieprojekten, die sich in Muswellbrook, Lake Macquarie, Newcastle City, Singleton, Port Stephens und Central Coast in verschiedenen Bauphasen befinden. Zwei Speicher laufen bereits bei Lake Macquarie, darunter die laut SBS News leistungsstärkste Batterie Australiens. Acht Solar- und Windkraftprojekte sind ebenfalls genehmigt; weitere befinden sich in Vorbereitung.
Muswellbrook zieht neue Industrieprojekte an
Muswellbrooks Bürgermeister Jeffrey Drayton sagte SBS News, für das Gemeindegebiet seien rund 20 Projekte für erneuerbare Energien vorgeschlagen worden. Dazu zählen Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen sowie die geplante Denman-Batterie mit 2,4 Gigawatt. Das Projekt soll über 4,8 GW Speicherkapazität und 2,4 GW Entladeleistung verfügen. Im Fall einer Genehmigung könnte es mehr als eine Million Haushalte—etwa ein Drittel aller Haushalte in New South Wales—rund zwei Stunden lang versorgen.
Weitere 14 Erneuerbaren-Projekte befinden sich in der Pipeline. Nach Angaben von Drayton haben in den vergangenen 12 Monaten mehr als 40 Unternehmen Interesse an einer Ansiedlung im Raum Muswellbrook gezeigt. Zu den Vorhaben zählen ein großes Rechenzentrum, Fertigung, Agrarwirtschaft und Anlagen zum Recycling von Komponenten erneuerbarer Energien. Speicher- und Ökostromanlagen benötigen nach der Bauphase vergleichsweise wenig dauerhaftes Personal. Eine verlässliche Stromversorgung könnte jedoch Beschäftigung in diesen angrenzenden Branchen fördern.
Minenschließungen gefährden Arbeitsplätze und Einnahmen
Kohle bleibt dennoch zentral für die Wirtschaft der Hunter-Region. Im weiteren Gebiet sind 21 Kohlebergwerke in Betrieb, mehr als die Hälfte aller Bergwerke in New South Wales. Der Bergbau liefert schätzungsweise 56 Prozent der kommunalen Abgabeneinnahmen Muswellbrooks. Fünf Minen in Hunter sollen innerhalb von vier Jahren schließen; die Zukunft von drei weiteren ist offen.
Die Gemeinde erhielt in diesem Jahr die Genehmigung des Bundesstaates, Bergbaubetreibern einen um 25,9 Prozent über der regulären Obergrenze von 3,1 Prozent liegenden Satz zu berechnen. Dadurch sollen 2026/27 rund 6 Millionen A$ zusätzliche Einnahmen entstehen und die Gesamtsumme auf 21 Millionen A$ steigen. Das zusätzliche Geld ist für die Wirtschaftsentwicklung vorgesehen. Laut Drayton könnte allein die Schließung der Tagebaue Mt Arthur von BHP und Mangoola von Glencore bis 2030 rund 12.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze kosten.
Yancoal, ein bedeutender australischer Kohleexporteur, kündigte zudem an, seine Ashton-Mine bei Singleton Anfang 2028 zu schließen—fast acht Jahre früher als erwartet. Das Unternehmen verwies auf erhebliche technische Schwierigkeiten, operative Risiken, veränderte Marktbedingungen sowie steigende Betriebs- und Regulierungskosten. SBS News zufolge könnten in den folgenden 18 Monaten Hunderte Stellen wegfallen.
Vorhandene Netzanschlüsse prägen den Umbau
Hunter-Central Coast wurde 2022 zu einer von fünf Erneuerbare-Energien-Zonen in New South Wales erklärt. In solchen Zonen werden Großprojekte in der Nähe von Übertragungsnetzen gebündelt. Alte Kraftwerke können dadurch als Knotenpunkte für Speicher, erneuerbare Erzeugung und stromabhängige Industrie weitergenutzt werden.
Seit 2012 wurden in New South Wales drei Kohlekraftwerke stillgelegt; vier weitere sollen in den kommenden 15 Jahren schließen. Bayswater, Eraring und Vales Point liegen in der Hunter-Region. Mindestens fünf örtliche Kohlekraftwerksstandorte sind für Batterieprojekte vorgesehen. Der Umbau erhält wertvolle Netzanschlüsse. Ob er jedoch Beschäftigung und kommunale Einnahmen aus der Kohle ersetzt, hängt davon ab, ob die geplanten Industrieprojekte schnell und in ausreichender Größenordnung realisiert werden.