Asiens Naturkautschuk-Futures steigen bei knapperem Angebot und sinkenden Beständen
Naturkautschuk-Futures legten in Tokio, Shanghai und Singapur zu, gestützt durch Erwartungen eines knapperen Angebots und sinkende Börsenbestände. Der thailändische Inlandspreis für RSS3 gab dagegen nach, während Vietnams Einkaufspreise stabil blieben.
Kautschukkontrakte steigen an asiatischen Börsen
Die Futures auf Naturkautschuk legten an den wichtigsten asiatischen Börsen zu. Erwartungen eines knapperen Angebots, rückläufige offizielle Lagerbestände und Anzeichen einer Belebung des regionalen Verbrauchs stärkten die Marktstimmung. Der Anstieg erfasste mehrere Liefermonate in Tokio, Shanghai und Singapur und ging damit über einen einzelnen Referenzkontrakt hinaus.
Nach Angaben von Thoi Bao Tai Chinh Vietnam schloss der August-Kontrakt für RSS3 an der japanischen TOCOM bei 460 Yen je Kilogramm, ein Plus von 1,37%. Der September-Kontrakt stieg um 0,99% auf 444,40 Yen je Kilogramm. RSS3 ist eine breit gehandelte Qualität von geräuchertem Plattenkautschuk für Reifenhersteller und andere Industrieverbraucher.
An der Shanghai Futures Exchange verteuerte sich der September-Kontrakt für Naturkautschuk um 1,83% auf 17.830 Yuan je Tonne. Der Oktober-Kontrakt erreichte mit einem Plus von 1,71% insgesamt 17.840 Yuan je Tonne. Der meistgehandelte Oktober-Kontrakt für Butadienkautschuk gewann 315 Yuan beziehungsweise 2,24% auf 14.355 Yuan je Tonne.
Singapur legt zu, thailändischer Kassapreis sinkt
Auch die Kontrakte an der Singapore Exchange stiegen. TSR20 zur Lieferung im September erreichte 238,80 Cent je Kilogramm, 1,06% mehr als zuvor. Der November-Kontrakt gewann 1,13% auf 233 Cent je Kilogramm. TSR20 ist eine technisch spezifizierte Naturkautschukqualität mit zentraler Bedeutung für den internationalen Reifenhandel.
Dem gleichzeitigen Anstieg der Börsenpreise stand eine schwächere Entwicklung am thailändischen Inlandsmarkt gegenüber. RSS3 verlor dort 0,2 Baht auf 82 Baht je Kilogramm. Die Abweichung zeigt, dass sich die festere Stimmung am Terminmarkt in der berichteten Sitzung nicht gleichmäßig auf die physischen Preise aller Erzeugerländer übertrug.
Thoi Bao Tai Chinh Vietnam führte den breiten Anstieg auf die Erwartung eines geringeren Naturkautschukangebots und Anzeichen einer anziehenden Nachfrage in Asien zurück. Sinkende offizielle Bestände in den von der Shanghai Futures Exchange und der Shanghai International Energy Exchange erfassten Lagern stützten die Stimmung zusätzlich. Steigende Ölpreise erhöhten zugleich die Herstellungskosten von Synthesekautschuk und stärkten damit die Wettbewerbsposition des Naturprodukts.
Vietnamesische Einkaufspreise bleiben stabil
Am vietnamesischen Rohkautschukmarkt gab es keine neue Preisbewegung. Phu Rieng Rubber Company hielt den Einkaufspreis für Klumpenkautschuk bei 390 Dong je DRC-Einheit und für Flüssiglatex bei 420 Dong je TSC-Einheit.
MangYang Company bot für Flüssiglatex der Klassen zwei bis eins rund 458-463 Dong je TSC-Einheit. Klumpenkautschuk derselben Klassen lag bei etwa 404-459 Dong je DRC-Einheit.
Binh Long Company zahlte bei Lieferung ans Werk 540 Dong je TSC-Grad und Kilogramm sowie bei den Produktionsteams 530 Dong je TSC-Einheit und Kilogramm. Klumpenkautschuk mit einem Trockenkautschukgehalt von 60% kostete 18.000 Dong je Kilogramm.
Ba Ria Rubber Company zahlte für Flüssiglatex mit einem TSC von 25% bis unter 30% insgesamt 420 Dong je TSC-Grad und Kilogramm. Koagulierter Latex mit einem DRC von 35-44% wurde mit 14.600 Dong je Kilogramm bewertet, Rohlatex mit 18.100 Dong je Kilogramm.
Bestände und Energiekosten bleiben entscheidend
Für Erzeuger, Verarbeiter und Reifenhersteller hängt die weitere Richtung davon ab, ob die sinkenden Börsenbestände einen anhaltenden Mangel am physischen Markt anzeigen. Die parallelen Preisgewinne bei Natur- und Butadienkautschuk verdeutlichen den Einfluss sowohl der landwirtschaftlichen Angebotserwartungen als auch der Kosten synthetischer Ware. Der schwächere RSS3-Preis in Thailand und unveränderte vietnamesische Einkaufspreise zeigen jedoch, dass der regionale Kassamarkt uneinheitlich bleibt.