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Asiens Bahnen testen Wasserstoffzüge und schaffen Nachfrage nach grünem Kraftstoff

Indien, Japan, Südkorea und China treiben wasserstoffbetriebene Bahnprojekte voran, deren kommerzielle Nutzung vorerst auf Nischenstrecken begrenzt bleiben dürfte. Die Programme können berechenbare Nachfrage nach grünem Wasserstoff, Brennstoffzellen und Betankungsanlagen schaffen.

Asiens Bahnen testen Wasserstoffzüge und schaffen Nachfrage nach grünem Kraftstoff

Wasserstoffbahn wechselt von der Planung in den Testbetrieb

Asiatische Regierungen und Bahnbetreiber weiten Versuche mit Brennstoffzellenzügen aus, um den Verkehr zu dekarbonisieren und eigene Wasserstoffindustrien aufzubauen. Nach Angaben von SpaceMoney entstehen in Indien, Japan, Südkorea und China Projekte, die durch öffentliche Investitionen, Demonstrationsprogramme und Ziele für eine kommerzielle Einführung getragen werden.

Auf stark befahrenen Korridoren dürfte die Technik konventionelle elektrische Bahnen nicht ersetzen. Ravi Krishnaswamy, Asien-Pazifik-Geschäftsführer von Frost & Sullivan, bezeichnete Wasserstoffzüge als Nischeninstrument zur Dekarbonisierung und als möglichen Anker für langfristige Wasserstoffnachfrage. Der sichtbare und relativ gut planbare Verbrauch der Bahnen kann die Anfangsrisiken von Investitionen in Produktion, Speicherung und Betankung senken.

Indien und Südkorea planen größere Programme

Indien nahm seinen ersten wasserstoffbetriebenen Zug am 17. Juli 2026 am Bahnhof Pandu Pindara im Bundesstaat Haryana in Betrieb. Indian Railways hatte bereits 2023 angekündigt, im Rahmen der auf historische und bergige Strecken ausgerichteten Initiative „Hydrogen for Heritage“ 35 Wasserstoffzüge einzusetzen. Vivek Lohia, Geschäftsführer des Schienenfahrzeugherstellers Jupiter Wagons, sieht im ersten Zug einen Technologiedemonstrator für Nischenverbindungen in Bergregionen. Ein breiterer Umstieg könne mehr als zwei Jahrzehnte dauern.

Indien startete zudem 12 Pilotprojekte mit 70 Wasserstofffahrzeugen — 27 Bussen und 43 Lastwagen — sowie 16 Tankstellen auf 21 Routen. Mit der National Green Hydrogen Mission will die Regierung die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und Indien zu einem Zentrum für Produktion, Nutzung und Export von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten machen. Nach Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank könnten die aktuellen Investitionspläne bis 2030 Kapazitäten für grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak im Wert von rund 34 Milliarden $ schaffen.

Japan, Südkorea und China verfolgen eigene Modelle

East Japan Railway will den Wasserstoff-Hybridzug HYBARI bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 in Betrieb nehmen. Die südkoreanische Stadt Daejeon plant bis 2028 den Einsatz von 34 Wasserstoffstraßenbahnen. Gleichzeitig investiert die Regierung bis 2027 32,1 Milliarden Won in ein Demonstrationsprojekt für Wasserstoffzüge. Nach ihrer Prognose wird der Weltmarkt für diese Züge jährlich um mehr als 25 % wachsen und bis 2035 einen Wert von 26,4 Milliarden $ erreichen.

CRRC Changchun präsentierte im Jahr vor dem Bericht von SpaceMoney Chinas ersten wasserstoffbetriebenen Touristenzug. Das chinesische Programm soll zugleich eine wettbewerbsfähige Brennstoffzellen-Lieferkette mit Exportpotenzial schaffen. Japan verfolgt seine Vision einer „Wasserstoffgesellschaft“, während Südkorea auf Industriekonzerne setzt, die Kraftstoffproduktion, Ausrüstung und Verkehrsanwendungen verbinden können.

Kosten und Politik entscheiden über den Markt

Rajeev Pandey, leitender Wasserstoffanalyst bei Rystad Energy, erwartet eine nennenswerte Nutzung nur in klar abgegrenzten Wirtschaftsbereichen zwischen 2030 und 2040. Südkorea und Indien gehören ihm zufolge zu den asiatischen Märkten mit den besten Aussichten auf eine bedeutende kommerzielle Einführung von Wasserstoffzügen im kommenden Jahrzehnt. In Japan könnte der Einsatz kleiner bleiben.

Für alle vier Länder betrifft die Wasserstoffbahn auch die Energiesicherheit, da Indien, Japan, Südkorea und China weiterhin stark von importierten fossilen Brennstoffen abhängen. Indien und China können mehr Wasserstoff im Inland erzeugen. Japan und Südkorea betrachten Wasserstoff und Brennstoffzellen als saubere Industrien, in denen sie technologische Stärken besitzen. Der kommerzielle Fortschritt hängt von Subventionen, Anreizen und einer zuverlässigen Versorgung mit preislich wettbewerbsfähigem grünem Wasserstoff ab. Bis dahin bleiben Bahnprojekte vor allem sichtbare Testfelder und keine breite Alternative zur Elektrifizierung.

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