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Asiatische Gerätehersteller überholen Europäer und erhöhen den Druck auf Polens Werke

Asiatische Hersteller erreichten 2025 einen Anteil von 44 % am europäischen Hausgerätemarkt und überholten erstmals die europäischen Anbieter. In Polen sanken die Gerätepreise binnen zwei Jahren um 5 %, während die Exporte polnischer Werke in andere EU-Märkte im ersten Quartal wertmäßig um 10 % zurückgingen.

Asiatische Gerätehersteller überholen Europäer und erhöhen den Druck auf Polens Werke

Asiatische Hersteller übernehmen die Führung in Europa

Asiatische Hersteller kamen 2025 auf 44 % des europäischen Hausgerätemarktes und übertrafen damit erstmals die europäischen Unternehmen, berichtete Rzeczpospolita. Europa bleibt der weltweit größte Markt für Hausgeräte. Der jahrzehntelang von heimischen Produzenten geprägte Sektor wird jedoch zunehmend mit importierten Geräten versorgt. Chinesische Produkte allein stellen in Polen inzwischen 35 % des Marktes nach Stückzahl.

Die Verkaufsdaten für die zwölf Monate bis Ende März 2026 zeigen keinen Einbruch der Verbrauchernachfrage. Kochfelder waren die einzige Kategorie, für die ein Absatzrückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet wurde, und zwar um 1,1 %. Beim Umsatz fällt das Bild schwächer aus: Fast alle Segmente verloren mehrere Prozentpunkte. Lediglich Wäschetrockner legten um 4,7 % zu. Die Abweichung zwischen Stückzahl und Umsatz deutet auf eine stabile Kaufbereitschaft bei sinkenden Durchschnittspreisen hin.

Sinkende Preise belasten polnische Werke

Hersteller in Polen schätzen, dass die Gerätepreise in den vergangenen zwei Jahren trotz steigender Rohstoff-, Lohn-, Energie- und Finanzierungskosten um 5 % gefallen sind. Robert Stobiński, Vorstandsvorsitzender der Grupa Amica, erklärte, in den meisten Marktsegmenten seien die Preise seit drei Jahren nicht gestiegen. Unter Berücksichtigung der Inflation bedeute dies einen realen Rückgang. Michał Grzeliński, Landeschef von Beko Poland, sagte, die Hersteller könnten höhere Kosten für Energie, Arbeit, Finanzierung und Regulierung nicht vollständig an die Kunden weitergeben. Dadurch schrumpften die Margen und der Spielraum für Investitionen in europäische Werke.

Der Druck zeigt sich bereits in Handel und Produktion. Im ersten Quartal sanken die Hausgeräteexporte polnischer Werke in andere EU-Märkte wertmäßig um 10 %, während die chinesischen Exporte um 7 % stiegen. Laut Rzeczpospolita produzierte Polen 2025 insgesamt 26 Millionen Geräte, darunter mehr als 23 Millionen Großgeräte. Das entsprach einem Rückgang um 4 %. Als Ursachen wurden die schwache europäische Nachfrage und die Schließung mehrerer polnischer Fabriken genannt; mehrere Tausend Arbeitsplätze gingen verloren.

Branche fordert gleiche Regeln und gezielte Förderung

Electrolux, das fünf Werke in Polen betreibt, verlangt für in die EU importierte Geräte dieselben Umwelt-, Sicherheits- und Herstellerverantwortungsstandards wie für Waren aus der europäischen Produktion. Unternehmenssprecherin Dominika Kosman erklärte, Europas Werke benötigten zudem niedrigere Energiekosten, verlässlichere Regulierung und Unterstützung für Investitionen in eine moderne Produktion. BSH-Sprecher Andrzej Maślak sagte, die Vorgaben des europäischen Grünen Deals verursachten zusätzliche Kosten für Hersteller innerhalb der EU, die Importeure fertiger Produkte nicht tragen müssten. Als weitere Wettbewerbsfaktoren nannte er Exportsubventionen und den schwachen chinesischen Yuan.

Amica-Chef Stobiński warnte, breit angelegte Zölle oder Steuern könnten die Verbraucherpreise erhöhen, weil Europa nicht über genügend freie Kapazitäten verfüge, um die derzeitigen Importe zu ersetzen. Stattdessen schlug er eine auf in Europa produzierte Geräte begrenzte Nachfrageförderung vor. Industriehilfe ließe sich so mit dem Austausch alter Geräte gegen energieeffizientere Modelle verbinden. Die Politik muss damit zwischen bezahlbaren Geräten und dem Risiko abwägen, Fabriken, Investitionen, technologische Kompetenzen und Zehntausende Industriearbeitsplätze in Europa zu verlieren.

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