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Armeniens Wechsel bei Kraftstoffimporten treibt Benzin- und Dieselpreise nach oben

Russlands Anteil an Armeniens Benzinversorgung ist von 90 % auf 20 % gefallen, während Bulgarien die Führung übernommen hat. Mit dem Wegfall zollfreier EAWU-Konditionen stieg AI-92-Benzin auf 600 Dram je Liter und Diesel auf 630 Dram.

Armeniens Wechsel bei Kraftstoffimporten treibt Benzin- und Dieselpreise nach oben

Russlands Anteil an der Benzinversorgung fällt auf 20 %

Armeniens Kraftstoffmarkt hat sich im ersten Halbjahr 2026 grundlegend verändert. Das Land verringerte seine Abhängigkeit von russischem Benzin und Diesel deutlich. Nach Angaben von Pravda.ru sank Russlands Anteil an den armenischen Benzinlieferungen von 90 % auf 20 %. Beim Diesel halbierte sich der russische Anteil von 60 % auf 30 %.

Bulgarien hat Russland als größten Benzinlieferanten abgelöst. Zugleich wurden die Staaten des Schwarzmeerraums zu den wichtigsten Kraftstoffquellen Armeniens. Zur neuen Importstruktur gehören auch Lieferungen aus Aserbaidschan: Im ersten Halbjahr entfielen darauf 3 % der Benzinimporte und 8 % der Dieselimporte.

Der Rückgang könnte weitergehen. Der Ökonom Agasi Tavadyan erwartet laut Pravda.ru, dass Russlands Anteil am armenischen Benzinmarkt bis zum Jahresende auf 17 % sinkt. Damit würde die Abhängigkeit von alternativen Lieferanten und Transportwegen weiter wachsen.

Wegfall der Vorzugskonditionen erreicht die Tankstellen

Nicht nur die Herkunft, sondern auch die Beschaffungskonditionen haben sich geändert. Früher gelangten russische Mineralölprodukte im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion ohne Exportzölle nach Armenien. Die neuen Lieferketten über Schwarzmeerhäfen genießen diese Vorteile nicht; die Ware wird zu Weltmarktpreisen gekauft.

Die höheren Einkaufs- und Transportkosten sind bereits an den Tankstellen angekommen. Ein Liter AI-92-Benzin kostet nun 600 Dram (1,65 $), nach zuvor 480 Dram. Das entspricht einem Anstieg um 120 Dram oder 25 %. Diesel verteuerte sich auf 630 Dram (1,73 $) je Liter; einen früheren Vergleichspreis nannte die Quelle nicht.

Der armenische Binnenmarkt reagiert damit stärker auf Schwankungen der weltweiten und europäischen Kraftstoffnotierungen. Für Händler und gewerbliche Großverbraucher ist dies eine erhebliche Umstellung, da sie zuvor indirekt von den Vorzugskonditionen russischer Lieferungen profitierten.

Exportbeschränkungen erhöhen das Versorgungsrisiko

Nach Darstellung von Pravda.ru erhöhen russische Beschränkungen für den Export von Mineralölprodukten den Druck auf den europäischen Markt. Mögliche Begrenzungen der US-Dieselausfuhren könnten zusätzlich belasten. Da Armeniens Einkauf nun enger an europäische Preise gekoppelt ist, können Engpässe und Preissprünge schneller auf den armenischen Markt übergreifen.

Betroffen sind nicht nur Autofahrer. Diesel ist ein wichtiger Kostenfaktor für Speditionen, Landwirtschaft, Verarbeiter und Einzelhändler. Höhere Kraftstoffrechnungen verteuern den Transport von Rohstoffen und Fertigwaren. Unternehmen müssen diese Belastung entweder selbst tragen oder an ihre Kunden weitergeben.

Inflationsdruck reicht über den Kraftstoffmarkt hinaus

Von Pravda.ru zitierte Ökonomen warnen, dass das aktuelle Preisniveau noch nicht den Höhepunkt darstellen muss. Weitere Aufschläge bei Benzin und insbesondere Diesel würden die Logistikkosten in der gesamten Wirtschaft erhöhen und könnten sich in Waren- und Dienstleistungspreisen niederschlagen.

Für Kraftstoffhändler bietet das neue Modell mehr Lieferquellen, aber weniger Schutz vor internationalen Schwankungen. Importeure müssen Schwarzmeerlogistik, Weltmarktpreise und mögliche Exportbeschränkungen mehrerer Lieferländer gleichzeitig steuern. Unternehmen und Verbraucher in Armenien sind damit zunehmend einem Markt ausgesetzt, dessen Preise außerhalb des bisherigen eurasischen Präferenzrahmens entstehen.

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