Argentiniens Ölförderung übersteigt 900.000 Barrel pro Tag und überholt Kolumbien
Argentinien förderte im Juli 2026 täglich 902.920 Barrel Öl und damit 35 % mehr als im Januar 2024, berichtet Libertad Digital. Das Wachstum in Vaca Muerta brachte das Land vor Kolumbien und vergrößert seinen Spielraum für zusätzliche Rohölexporte.
Ölförderung erreicht neuen Höchststand
Argentiniens Ölförderung überschritt im Juli 2026 die Marke von 900.000 Barrel pro Tag. Damit stellte das Land einen neuen Rekord auf und zog an Kolumbien vorbei. Libertad Digital beziffert die argentinische Förderung unter Berufung auf die jüngsten amtlichen Produktionsberichte beider Länder auf täglich 902.920 Barrel, gegenüber 727.920 Barrel in Kolumbien.
Die Verschiebung beruht sowohl auf dem schnellen Wachstum in Argentinien als auch auf dem Rückgang in Kolumbien. Argentinien förderte im Januar 2026 täglich 874.857 Barrel und im Januar 2024, dem ersten vollständigen Monat der Präsidentschaft von Javier Milei, 669.600 Barrel. Das entspricht einem Anstieg um 35 %. Kolumbiens Förderung sank dagegen von täglich 777.500 Barrel im Januar 2024 auf den Stand vom Juli 2026.
Anfang 2024 lag Kolumbien noch vor Argentinien. Im Juli 2026 war die argentinische Tagesproduktion laut der Publikation bereits 24 % höher. Damit verändert sich die Position zweier etablierter südamerikanischer Rohölproduzenten. Argentinien verfügt nach Deckung seines Inlandsbedarfs zugleich über mehr Spielraum für Lieferungen an Auslandsmärkte.
Vaca Muerta treibt das Wachstum der Unternehmen
Der Ausbau konzentriert sich auf Vaca Muerta, eine Formation mit unkonventionellen Kohlenwasserstoffen im zentralen Westen Argentiniens nahe der chilenischen Grenze. Libertad Digital bezeichnet sie als weltweit zweitgrößte unkonventionelle Gasressource und viertgrößte unkonventionelle Ölressource. Die intensivere Erschließung hat den landesweiten Produktionsanstieg gestützt.
Mehrere Betreiber steigerten ihre Förderung zwischen 2024 und 2026 deutlich. Pluspetrol produzierte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 2,54 Millionen Kubikmeter Öl, nach 1,04 Millionen Kubikmetern im gleichen Zeitraum 2024. YPF erhöhte seine Produktion um 1,15 Millionen Kubikmeter, Vista Energy um 793.614 Kubikmeter. Diese Unternehmen leisteten laut der Publikation die größten absoluten Beiträge, auch wenn weitere Betreiber ihre Förderung ebenfalls ausbauten.
Die Zahlen zeigen, dass der Anstieg von mehreren Produzenten getragen wird und nicht von einem einzelnen Unternehmen abhängt. Für Verarbeiter, Pipelinebetreiber und Exportterminals gewinnen Transport- und Umschlagkapazitäten mit weiter wachsender Förderung an Bedeutung. Angaben zu verfügbaren Pipelinekapazitäten, notwendigem Investitionsbedarf oder der Aufteilung zwischen Inlandsverbrauch und Export enthält die Quelle nicht.
Gasförderung und Exportpotenzial nehmen zu
Parallel zum Öl ist auch die Erdgasförderung gestiegen. Argentinien produzierte im Juli 2026 täglich 158,1 Millionen Kubikmeter Gas, gegenüber 123,8 Millionen Kubikmetern im Januar 2024. Der Zuwachs um 27,7 % verbreitert die Versorgungsbasis des Landes bei beiden Kohlenwasserstoffen.
Libertad Digital berichtet, Argentinien nutze die gegenwärtigen Öl- und Gaspreise zur Steigerung seiner Erdölexporte, und hält eine spätere Förderung von mehr als 1 Million Barrel pro Tag für möglich. Ein Zeitpunkt dafür wird nicht genannt. Für Rohölkäufer und regionale Wettbewerber zählt zunächst das zusätzliche argentinische Angebot. Für Produzenten und Investoren wird entscheidend, ob Infrastruktur und Absatzkanäle mit dem Produktionswachstum in Vaca Muerta Schritt halten.