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Argentiniens Mate-Exporte steigen bei schwächerer Inlandsnachfrage um 5,72 %

Argentinien exportierte im ersten Halbjahr 25,90 Millionen Kilogramm Mate, 5,72 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die stärkeren Auslandslieferungen glichen einen leichten Rückgang der inländischen Vermarktung aus, während die Anlieferung grüner Blätter an Trocknungsbetriebe im Juni um 7 % sank.

Argentiniens Mate-Exporte steigen bei schwächerer Inlandsnachfrage um 5,72 %

Juni-Lieferungen treiben die Halbjahresexporte

Argentiniens Mate-Exporte stiegen im ersten Halbjahr um 5,72 % und stützten damit eine Branche, die mit stagnierender Inlandsnachfrage und geringeren Anlieferungen grüner Blätter an Trocknungsbetriebe konfrontiert ist. Nach Angaben des Nationalen Mate-Instituts INYM exportierte das Land in den sechs Monaten 25.897.279 Kilogramm, verglichen mit 24.495.147 Kilogramm im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im Juni wurden 7.040.971 Kilogramm ins Ausland geliefert. Das war der dritthöchste Monatswert der historischen Datenreihe. Das starke Ergebnis erhöhte die Aussicht, dass die Ausfuhren den Rekord des vorangegangenen Zeitraums von 58 Millionen Kilogramm erreichen oder übertreffen könnten. Martín Brites, Vertreter der Genossenschaft Productores de Yerba Mate Santo Pipó in Misiones, sagte ANSOL, die Branche sei auf dem Weg, den Exportrekord zu wiederholen oder zu überbieten.

Genossenschaftsmarken spielen bei der Expansion eine wichtige Rolle, darunter Piporé aus Misiones und Playadito aus Corrientes, berichtete El Diario de la Región. Das Medium führte das wachsende internationale Interesse teilweise auf die nach der Pandemie gestiegene Nachfrage nach natürlichen Aufgussgetränken mit Gesundheits- und Wellnessbezug zurück. Auch die Sichtbarkeit des Mate-Konsums durch Sportler wie Lionel Messi und den Rennfahrer Franco Colapinto hat das Produkt neuen Verbrauchern nähergebracht.

Inlandsvolumen bleibt unter dem vorherigen Niveau

Den Exportzuwächsen steht ein schwächerer Heimatmarkt gegenüber. Im Juni gelangten 23.458.938 Kilogramm Mate in den argentinischen Einzelhandel, einer der höchsten Juni-Werte der vergangenen fünf Jahre. Dennoch belief sich die inländische Vermarktung von Januar bis Juni auf 137.336.991 Kilogramm, nach 138.279.554 Kilogramm im vergleichbaren früheren Zeitraum.

Die Vermarktung im In- und Ausland erreichte im ersten Halbjahr zusammen 163.234.270 Kilogramm. Das waren nur rund eine halbe Million Kilogramm mehr als zuvor, wobei der gesamte Nettozuwachs aus den Auslandslieferungen stammte. Das Exportwachstum verhinderte somit, dass die rückläufigen Inlandsmengen die Gesamtvermarktung unter das frühere Niveau drückten.

Auch am Anfang der Produktionskette zeichnet sich eine Anpassung ab. Die Anlieferung grüner Blätter an Trocknungsbetriebe sank laut Quelle im Juni um 7 % auf 142.216.329 Kilogramm und lag damit etwa 32 Millionen Kilogramm unter dem vorangegangenen Zyklus. Der Rückgang folgt auf eine Phase lokaler Überproduktion, in der das verfügbare Angebot laut Brites den Inlandsverbrauch überstieg.

Branche erschließt neue Produkte und Märkte

Exporteure und Genossenschaften suchen deshalb nach Formaten jenseits der traditionellen Zubereitung mit Matebecher und Trinkrohr. Brites sieht Chancen bei löslichen Produkten, Dosenformaten und weiteren Aufgussgetränken. Solche Angebote können in Märkten, in denen die traditionelle Zubereitung unbekannt ist, neue Kundengruppen erreichen und zusätzliche Absatzmöglichkeiten für Argentiniens überschüssige Blätter schaffen.

Die Genossenschaft Santo Pipó gehört zu den Unternehmen, die diversifizierte Folgeprodukte aus grünen Blättern entwickeln. Nach ihrer Einschätzung verfügt Argentiniens Industrie über die technischen Fähigkeiten für Innovationen, benötigt aber institutionelle Unterstützung beim Aufbau neuer Märkte. Brites forderte nationale und regionale Behörden auf, Mate auf internationalen Messen und Ausstellungen zu fördern und dabei sowohl kommerzielle Anwendungen als auch die zugeschriebenen gesundheitlichen Eigenschaften zu präsentieren. Für Erzeuger, Verarbeiter und Exporteure entscheidet sich nun, ob der aktuelle Lieferzuwachs zu einem dauerhaften Absatzkanal wird oder nur vorübergehend die schwache Inlandsnachfrage ausgleicht.

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