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Argentinien könnte Brasilien als zweitgrößten Maisexporteur der Welt ablösen

Das USDA erwartet für Argentinien in der laufenden Saison Maisexporte von 45 Millionen Tonnen, verglichen mit 42 Millionen Tonnen aus Brasilien. Der steigende Bedarf brasilianischer Ethanolanlagen und Tierproteinproduzenten begrenzt den Exportüberschuss trotz Rekordernten.

Argentinien könnte Brasilien als zweitgrößten Maisexporteur der Welt ablösen

Argentinien liegt in der Exportprognose vorn

Argentinien dürfte Brasilien in der laufenden Saison überholen und zum zweitgrößten Maisexporteur der Welt aufsteigen. Das geht aus Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums hervor. Die argentinischen Ausfuhren werden auf 45 Millionen Tonnen geschätzt, die brasilianischen auf 42 Millionen Tonnen. Der Abstand ist relativ gering, würde aber die Rangfolge zweier wichtiger Anbieter verändern, die auf dem internationalen Futtergetreidemarkt um Käufer konkurrieren.

Der Wechsel ist nicht auf eine schwächere brasilianische Produktion zurückzuführen. Facundo Quiroga berichtet von weiterhin rekordhohen Ernten in Brasilien, von denen jedoch ein wachsender Anteil im Land verbraucht wird. Für Käufer ist diese Unterscheidung entscheidend: Die Erzeugung bestimmt das gesamte Getreideangebot, der Inlandsverbrauch dagegen die tatsächlich für den Weltmarkt verfügbare Menge.

Ethanol- und Tierproduktion erhöhen Brasiliens Maisbedarf

Der brasilianische Maisverbrauch wächst vor allem durch den Ausbau von Bioethanolanlagen und die Produktion tierischer Proteine. In Mato Grosso, dem wichtigsten Agrarzentrum des Landes, soll sich die industrielle Verwendung von Mais in den kommenden Jahren verdoppeln. Dadurch würde weniger Getreide für den Export übrig bleiben, selbst wenn die Landwirte weiterhin Rekordernten einfahren.

Die zusätzliche Verarbeitung kann die Nachfrage für brasilianische Erzeuger stützen und die heimischen Wertschöpfungsketten für Ethanol und Tierproduktion stärken. Für internationale Importeure bedeutet sie jedoch, dass hohe Erntezahlen die tatsächlich verschiffbare Menge überzeichnen können. Mit prognostizierten 42 Millionen Tonnen bleibt Brasilien einer der größten Anbieter, doch die heimische Industrie konkurriert immer stärker mit Exporteuren um dieselbe Ernte.

Argentinien tritt in diesem Umfeld mit Mais an, der laut Facundo Quiroga sowohl beim Preis als auch beim Verschiffungsvolumen wettbewerbsfähig ist. Die argentinische Kammer der Ölsaatenindustrie und das Zentrum der Getreideexporteure CIARA-CEC meldeten eine anhaltende Beschleunigung der bereits vereinbarten Verkäufe. Für August bis September rechnen die Verbände mit Ausfuhren von bis zu 10 Millionen Tonnen, einem erheblichen Teil des prognostizierten Saisonvolumens.

Nachfrage aus Nordafrika stützt argentinische Verkäufe

Die Nachfrage aus Nordafrika trägt wesentlich zu den besseren Aussichten Argentiniens bei. Käufer in der Region suchen wegen der Konflikte in Osteuropa nach alternativen Herkünften. Das unterstützt die Erschließung und Festigung von Absatzmärkten für argentinischen Mais. Importeure erhalten eine weitere großvolumige Bezugsquelle, während Argentiniens Exporteure ihre Stellung in Märkten mit unsicheren etablierten Versorgungswegen ausbauen können.

Sollten die USDA-Prognosen eintreffen, würde Argentinien in der Saison 3 Millionen Tonnen mehr Mais exportieren als Brasilien. Die endgültige Rangfolge hängt weiterhin von der Abwicklung vereinbarter Verkäufe, der Verfügbarkeit der Ernte, der Inlandsnachfrage und den Verschiffungsbedingungen ab. Die Zahlen zeigen dennoch einen Wandel im Wettbewerb: Brasiliens Rekordproduktion fließt zunehmend in die eigene Verarbeitung und Tierproduktion, während Argentinien ein größeres Volumen für ausländische Käufer bereitstellt. Für Händler, Verarbeiter und Futtermittelverbraucher wird das Verhältnis zwischen brasilianischem Inlandsbedarf und argentinischer Lieferfähigkeit damit zu einem zentralen Faktor für Verfügbarkeit und Anbieterwettbewerb.

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