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Argentinien und Brasilien erzielen Rekord bei Sojaölexporten dank indischer Nachfrage

Argentinien und Brasilien exportierten im Juli zusammen eine Rekordmenge von 950.000 Tonnen Sojaöl, wie von ZOL.ru veröffentlichte Schätzungen von Oil World zeigen. Indien trieb den Zuwachs, doch die saisonal sinkende Sojabohnenverarbeitung könnte die Lieferungen ab August dämpfen.

Argentinien und Brasilien erzielen Rekord bei Sojaölexporten dank indischer Nachfrage

Südamerikanische Lieferungen erreichen 950.000 Tonnen

Die gemeinsamen Sojaölexporte Argentiniens und Brasiliens stiegen im Juli auf den Rekordwert von 950.000 Tonnen. Das geht aus Schätzungen von Oil World hervor, über die ZOL.ru berichtete. Haupttreiber war die starke Nachfrage aus Indien; zusätzliche Mengen gingen außerdem in mehrere afrikanische Länder sowie nach Mexiko, Peru und Kolumbien.

Argentinien blieb mit 630.000 Tonnen der größte Lieferant. Das waren jedoch weniger als die 738.000 Tonnen vom Juli 2025. Den Zuwachs lieferte Brasilien: Die Ausfuhren stiegen von 138.000 Tonnen im Vorjahresmonat auf 318.000 Tonnen. Damit glich der brasilianische Anstieg den Rückgang Argentiniens mehr als aus.

Das Gesamtergebnis festigt Südamerikas zentrale Stellung im weltweiten Handel mit Sojaöl. Zugleich zeigt es, wie schnell zusätzliches brasilianisches Angebot die globale Verfügbarkeit verändern kann, wenn die Nachfrage anzieht und Argentinien als traditionell führender Exporteur weniger liefert als im Vorjahr.

Indien prägt den Rekordmonat

Indiens Sojaölimporte erhöhten sich im Juli auf 498.900 Tonnen. Das waren 31 % mehr als im Vormonat und der höchste Stand seit sieben Monaten. Die gesamten Pflanzenölimporte des Landes erreichten laut demselben Bericht 1,48 Millionen Tonnen und damit den höchsten Wert seit September 2025.

Indien nahm mehr zusätzliche südamerikanische Mengen auf als jedes andere Zielland. Ein moderateres Exportwachstum wurde bei mehreren afrikanischen Ländern sowie Mexiko, Peru und Kolumbien verzeichnet. Diese breitere Nachfragebasis verschaffte den argentinischen und brasilianischen Verarbeitern zusätzliche Absatzmärkte, doch Indien blieb für den Julirekord ausschlaggebend.

Für Importeure bedeutet die Konzentration des exportfähigen Sojaöls in Südamerika eine stärkere Abhängigkeit von den dortigen Verarbeitungszyklen und Angebotsbedingungen. In Phasen hoher Produktion können Argentinien und Brasilien große Einkaufsprogramme bedienen. Sinkt die Verarbeitung, stehen den Käufern jedoch weniger Alternativen zur Verfügung.

Saisonrückgang könnte Nachfrage zu Palmöl lenken

Oil World erwartet, dass die Exporte Argentiniens und Brasiliens ab August und in den Folgemonaten zurückgehen, weil die Sojabohnenverarbeitung saisonal abnimmt. Das Julitempo dürfte daher schwer zu halten sein. Indien und andere Importländer könnten stärker auf Palmöl angewiesen sein, zumal das Angebot an Sonnenblumenöl aus Russland und der Ukraine begrenzt bleibt.

Die USA bieten derzeit kaum Entlastung. US-Sojaöl ist laut ZOL.ru seit März auf dem Exportmarkt nicht wettbewerbsfähig. Im Mai und Juni wurden jeweils nur 9.000 Tonnen und im Juli rund 8.000 Tonnen ausgeführt, verglichen mit 29.000 Tonnen im Juli 2025. Durch die deutlich geringere Präsenz der USA wächst die Abhängigkeit der Importeure von südamerikanischem Sojaöl und Palmöl. Entscheidend wird nun sein, wie schnell die südamerikanischen Lieferungen nach dem Julihöchststand sinken und ob Palmöl die Nachfrage aufnehmen kann, die wegen geringerer Verfügbarkeit von Soja- und Sonnenblumenöl verlagert wird.

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