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Suzano-Kimberly-Clark-Joint-Venture Arbex startet mit rund 1 Million Tonnen Hygienepapier-Kapazität

Arbex, das Joint Venture des brasilianischen Zellstoffproduzenten Suzano und von Kimberly-Clark, hat am 1. Juli 2026 den Betrieb aufgenommen und tritt mit rund 1 Million Tonnen Jahreskapazität in den europäischen Hygienepapiermarkt ein. Im Gespräch mit EUWID bezeichneten DACH-Country-Managerin Petra Ahlendorf und Werksleiter Paul Sokol den deutschen Markt als größten Tissuemarkt Europas mit weiterem Potenzial. Das Werk in Koblenz beschäftigt rund 240 Mitarbeitende und produziert 40.000 Tonnen jährlich.

Suzano-Kimberly-Clark-Joint-Venture Arbex startet mit rund 1 Million Tonnen Hygienepapier-Kapazität

Arbex, das Joint Venture des brasilianischen Zellstoffproduzenten Suzano und von Kimberly-Clark, hat am 1. Juli 2026 den Betrieb aufgenommen und tritt mit einer Gesamttonnage von etwa 1 Million Jahrestonnen in den europäischen Hygienepapiermarkt ein, berichtet der Branchendienst EUWID Papier und Zellstoff. Das Fachblatt sprach mit der Country-Managerin DACH, Petra Ahlendorf, und dem Werksleiter der Papierfabrik in Koblenz, Paul Sokol, über die Strategie des neuen Unternehmens für den europäischen Markt und die Projekte der kommenden Monate.

Werk Koblenz als Basis im deutschen Markt

Am Standort Koblenz sind rund 240 Mitarbeitende beschäftigt, jährlich laufen dort 40.000 Tonnen Hygienepapiere vom Band, sagte Sokol gegenüber EUWID. Er stieg nach dem Studium unmittelbar bei Kimberly-Clark als Papieringenieur ein, wurde später Prozesstechniker und gehört dem Unternehmen seit 21 Jahren an, seit vier Jahren als Werksleiter in Koblenz.

Den Umstieg auf die neue Eigentümerstruktur beschrieb Sokol als zeitintensiven Vorbereitungsprozess mit Umstrukturierung, Optimierung und Veränderung. Suzano bringe frischen Wind in den neu geschaffenen Konzern; der dezentrale Ansatz habe auch das Koblenzer Team veranlasst, alte Muster zu hinterfragen und Prozesse zu vereinfachen.

Derzeit wird die Energieversorgung im Werk optimiert. Den Zuschlag dafür habe man bereits unter der Ampelregierung erhalten, so Sokol, doch das Ziehen von Leitungen und das Einholen der Genehmigungen habe viel Zeit gekostet. Dennoch liege man aktuell vor dem Zeitplan, weitere Modernisierungsprojekte sollen folgen. Ziel ist die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2029 und eine Emissionsminderung von 50.000 Jahrestonnen CO₂.

Zudem erhöht das Unternehmen den Anteil an Post-Consumer-Rezyklat (PCR) in seinen Produkten und steht dazu im Austausch mit Partnerunternehmen, die Altpapier liefern. Gebrauchte Papierhandtücher etwa würden recycelt und der Produktion wieder zugeführt, sagte Sokol.

DACH als größter Tissuemarkt Europas

Der DACH-Raum sei wirtschaftlich sehr stark und der größte Tissuemarkt in Europa, sagte Ahlendorf. Trotz eines gesättigten Marktes sehe sie weiterhin Skalierungspotenzial entlang der Wertschöpfungskette und glaube, dass Arbex hinzugewinnen könne – sowohl über Vermarktung und Darreichung im Geschäft als auch über komplett neue Anwendungsgebiete, die die Anwendungsvielfalt der Produkte erhöhen.

Ahlendorf bringt 26 Jahre Erfahrung aus Vertrieb, Marketing und Country Management mit. Sie kommt ursprünglich aus dem Marketing, war zwei Jahre im Vertrieb und drei Jahre im B2B-Professional-Bereich tätig und übernahm 2020 bei Kimberly-Clark das Country Management für Deutschland. Später kamen die Zuständigkeiten für Österreich und die Schweiz hinzu.

Der Umstieg selbst sei ein komplexer Prozess gewesen; teilweise sei es durchaus eine Herausforderung gewesen, keine Lücken in den Regalen entstehen zu lassen. Ihre Ziele: mehr als nur ein Anbieter von Hygienepapier zu sein, den Kunden als Berater Kontinuität und Orientierung zu bieten und den Fokus stärker auf Family Care zu legen.

Discounter prägen die deutsche Nachfrage

Die Kundenpräferenzen unterscheiden sich von Land zu Land und spiegeln unterschiedliche Kaufkraft und Konsumverhalten wider, sagte Ahlendorf gegenüber EUWID. In der Schweiz sei die Nachfrage nach Premium-Produkten größer, in Deutschland sei die Preissensibilität eine andere: Etwa 96 Prozent der Kunden kaufen bei Discountern ein – unabhängig von der Einkommensklasse. Einen derart hohen Wert gebe es nur in Deutschland.

Dennoch beobachte man auch in Deutschland einen langsam beginnenden Trend hin zu Premium-Großpackungen. Insgesamt gewinne das Thema Nachhaltigkeit bei den Kunden weiter an Bedeutung.

Neues Unternehmen, etablierte Marken

Arbex sei als Unternehmen neu am Markt, die Marken seien aber seit Jahren gut etabliert, sagte Ahlendorf – um Sichtbarkeit müsse man daher nicht kämpfen. Man beobachte das Vorgehen der Mitbewerber, leite daraus allein jedoch keine einzelnen Maßnahmen ab.

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