Apples iPhone-Lieferungen in Indien sinken erstmals seit über vier Jahren um 3%
Apples iPhone-Lieferungen in Indien sanken im zweiten Quartal 2026 um 3% gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie zu Jahresbeginn um 12% gewachsen waren. Der mit Speicherchip-Engpässen verbundene Rückgang fiel geringer aus als die Schrumpfung des Gesamtmarktes um 10%.
Lieferengpässe beenden das Wachstum vom Jahresanfang
Apples iPhone-Lieferungen in Indien sanken von April bis Juni 2026 um 3% gegenüber dem Vorjahr. Laut Analytics Insight war dies der erste Rückgang des Unternehmens in dem Land seit mehr als vier Jahren. Das Ergebnis folgte auf ein Wachstum von 12% zu Jahresbeginn und unterbrach Apples jüngste Expansion in einem seiner wichtigsten Smartphone-Märkte.
Analytics Insight führt den Rückgang hauptsächlich auf einen Mangel an Speicherchips zurück, der Apples Versorgung mit neuen Geräten begrenzte. Vorstandschef Tim Cook bezeichnete die Störung als „Jahrhundertflut“ und als eine der größten Herausforderungen seiner jahrzehntelangen Zeit bei Apple. Von der Publikation zitierte Analysten erklärten, die Kundennachfrage sei stabil geblieben, Apple habe jedoch nicht genügend Smartphones ausliefern können.
Apple hält sich besser als Indiens schrumpfender Markt
Der indische Smartphone-Markt schrumpfte dem Bericht zufolge im zweiten Quartal 2026 um 10% gegenüber dem Vorjahr. Analysten bezeichneten dies als einen der stärksten Rückgänge der vergangenen sechs Jahre. Vor diesem Hintergrund verlor das iPhone mit einem Minus von 3% weniger als die Branche insgesamt. Nach mehr als vier Jahren ohne Rückgang bleibt die Trendwende dennoch bemerkenswert.
Die Ergebnisse der Wettbewerber unterschieden sich deutlich. Samsung steigerte seine Lieferungen im Quartal um 2%, während Nothing um 105% wuchs und damit laut Analytics Insight die am schnellsten wachsende Smartphone-Marke Indiens war. Xiaomi kämpfte mit schwierigeren Wettbewerbsbedingungen, weil steigende Preise die Attraktivität des breiten Gerätesortiments minderten, das zuvor zur Popularität der Marke beigetragen hatte.
Speicherpreise rücken Bestände und Preise in den Fokus
Der Lieferrückgang bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Verbraucherinteresse am iPhone nachgelassen hat. Die verfügbaren Angaben weisen vielmehr auf fehlende Komponenten und höhere Kosten hin. Für Hersteller und Distributoren ist diese Unterscheidung wichtig: Ein angebotsbedingtes Minus kann unbefriedigte Nachfrage hinterlassen, während eine Nachfrageschwäche Überbestände und stärkeren Druck auf die Verkaufspreise bedeuten würde.
Sollten die Preise für Speicherchips hoch bleiben, könnte Apple laut Analytics Insight seine Bestandssteuerung in Indien anpassen und die Preisgestaltung künftiger Modelle überprüfen. Das würde Händler, Komponentenlieferanten und konkurrierende Smartphone-Hersteller betreffen. Indien bleibt dennoch ein Schlüsselmarkt für Apple, und bei wachsender Nachfrage werden weitere Investitionen des Unternehmens erwartet. Das Tempo der Erholung hängt davon ab, ob Apple genügend Komponenten sichern und zugleich wettbewerbsfähige Gerätepreise in einem zuletzt stark geschrumpften Markt halten kann.