AM Green plant über ₹100 Milliarden für fünf Bio-Raffinerien in Indien
AM Green will bis 2030 mehr als ₹100 Milliarden in fünf Bio-Raffinerien in Indien investieren. Jede Anlage soll zunächst 250.000 Tonnen Jahreskapazität erhalten und später auf 1 Million Tonnen erweitert werden können.
Fünf Projekte bis 2030 geplant
AM Green will bis 2030 mehr als ₹100 Milliarden in fünf Bio-Raffinerien in indischen Bundesstaaten investieren, darunter Uttar Pradesh, Andhra Pradesh und Madhya Pradesh. Technikvorstand SSV Ramakumar stellte das Programm in einem Interview mit Business Standard vor.
Das Unternehmen für saubere Energie wurde von den Greenko-Group-Promotern Anil Chalamalasetty und Mahesh Kolli gegründet. Laut Business Standard soll jede geplante Raffinerie zunächst über eine Jahreskapazität von 250.000 Tonnen verfügen und später auf 1 Million Tonnen erweitert werden können. Ramakumar, früherer Forschungs- und Entwicklungsdirektor bei Indian Oil, sagte, jede der fünf Anlagen mit 250.000 Tonnen Kapazität erfordere üblicherweise Investitionen von mehr als ₹20 Milliarden. Damit steigt das Gesamtvolumen des Programms auf über ₹100 Milliarden.
Der nächste praktische Schritt ist die Sicherung von Grundstücken. AM Green rechnet damit, bald Flächen für die Umsetzung zu erhalten. In Andhra Pradesh prüft das Unternehmen nördliche Distrikte wie Srikakulam, Vizianagaram und Anakapalli. Gesucht werden Standorte sowohl für die Raffinerien als auch für den Anbau der benötigten Rohstoffpflanzen.
Rohstoffstrategie reicht über Melasse hinaus
Die geplanten Anlagen sollen biologische Reststoffe wie Bambus, Reisstroh und Weizenstroh sowie gezielt angebautes indisches Napiergras verarbeiten. Ramakumar erklärte, AM Green habe im vergangenen Jahr gemeinsam mit einem großen Zuckerproduzenten Rohstoffe aus der Zuckerindustrie getestet, jedoch keine Melasse. Eine auf diesem Material basierende Raffinerie ist für Uttar Pradesh vorgesehen.
Für die Raffinerien in Andhra Pradesh und Madhya Pradesh sollen eigene Rohstoffpflanzen angebaut werden. Damit werden landwirtschaftliche Versorgung und Flächenverfügbarkeit zu zentralen Faktoren für die Wirtschaftlichkeit. Anlagen mit einer anfänglichen Jahreskapazität von 250.000 Tonnen benötigen verlässliche Systeme für Sammlung, Anbau, Lagerung und Transport, bevor eine spätere Erweiterung auf 1 Million Tonnen möglich ist.
Das Programm baut auf dem bestehenden Projekt von AM Green in Assam auf. Indiens erste Bio-Raffinerie auf Bambusbasis wurde dort im vergangenen November von Premierminister Narendra Modi eröffnet. Die für rund ₹45 Milliarden errichtete Anlage nähert sich einer angestrebten Kapazitätsauslastung von 65%. Sie wird von Assam Bio Ethanol Private Limited betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen mit Numaligarh Refinery Limited.
Assam-Anlage gibt das Produktmodell vor
Das Projekt in Assam verfügt insgesamt über eine primäre Rohstoffkapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr. Ausgelegt ist es auf 80.000 Tonnen Ethanol mit geringer Kohlenstoffintensität, 20.000 Tonnen grünes Furfural und rund 8.000 Tonnen Essigsäure. Der Produktmix zeigt, dass die geplanten Raffinerien von AM Green neben dem Kraftstoffmarkt auch Abnehmer von Industriechemikalien beliefern sollen.
Business Standard berichtet, dass Ethanol der ersten Generation, das derzeit hauptsächlich in Indien produziert und für eine 20-prozentige Benzinbeimischung eingesetzt wird, den angegebenen CO2-Fußabdruck von Benzin von 94 Kilogramm CO2 je Megajoule Energie um bis zu 50% verringern kann. Das vom Gemeinschaftsunternehmen in Assam erzeugte Ethanol der zweiten Generation kann die Kohlenstoffintensität um bis zu 80% senken. Sichert AM Green ausreichend Flächen und Rohstoffe, würden die fünf Raffinerien Indiens Basis für Ethanol der zweiten Generation deutlich ausbauen und neue Nachfrage nach Ernteresten, Bambus und Energiepflanzen schaffen.