Alternicq und Pulpex wollen Faserflaschen in Indien einführen
Alternicq hat mit dem britischen Unternehmen Pulpex eine Exklusivvereinbarung zur Einführung von Zellstoffflaschen in Indien geschlossen. Vor einer lokalen Produktion prüfen die Partner Nachfrage, Regulierung sowie Standort- und Anlagenbedarf.
Exklusive Partnerschaft für den indischen Verpackungsmarkt
Der indische Verpackungshersteller Alternicq ist eine exklusive Partnerschaft mit dem britischen Unternehmen Pulpex eingegangen, um dessen Technologie für Zellstoffflaschen nach Indien zu bringen. Das erneuerbare Verpackungsformat ergänzt Alternicqs bestehende Plattform für starre Kunststoffverpackungen und soll in verschiedenen Konsumgütersegmenten eingesetzt werden.
Nach Angaben von Silicon Village werden die Unternehmen gemeinsam die Marktchancen für Pulpex-Flaschen in Indien bewerten. Untersucht werden Kundennachfrage, prioritäre Produktkategorien, regulatorische und technische Anforderungen sowie der Standort- und Anlagenbedarf für eine lokale Fertigung. Investitionssumme, Produktionsstandort, Starttermin und geplante Kapazität wurden nicht genannt.
Die Vereinbarung gewährt Alternicq Exklusivrechte für Indien und die Staaten des Golf-Kooperationsrats. Eine spätere Ausweitung auf Australien ist möglich. Pulpex-CEO Sandy Westwater erklärte, die Partnerschaft verbinde eine britische Technologieplattform mit Alternicqs Fertigungskompetenz und Kundenbasis. Scott Winston, Geschäftsführer sowie Wissenschafts- und Nachhaltigkeitschef von Pulpex, bezeichnete Indien als logischen Markt für die nächste Wachstumsphase.
Technologie für vorhandene Abfüllanlagen
Die lebensmitteltauglichen Pulpex-Flaschen bestehen aus Holzfasern aus nachhaltiger Beschaffung. Eine aufgesprühte innere Barriereschicht muss beim Recycling nicht von der Flasche getrennt werden. Die Verpackung ist für die üblichen Sammelströme von Haushaltspapier und Karton ausgelegt und soll mit bestehenden Abfüllanlagen funktionieren. Zudem ermöglicht die Technologie eine direkte Dekoration des geformten Behälters.
Die Kompatibilität mit vorhandenen Anlagen kann den Umstieg für Konsumgüterhersteller erleichtern, da neue Verpackungen andernfalls Umbauten an Produktionslinien erfordern können. Bevor die lokale Fertigung festgelegt wird, müssen die Partner jedoch die Eignung für einzelne Kategorien, das Kundeninteresse und die regulatorischen Bedingungen prüfen.
Alternicq erweitert sein Angebot über Kunststoff hinaus
Alternicq, früher Manjushree Technopack, betreibt laut Silicon Village 29 Werke in Indien und beschäftigt mehr als 2.400 Menschen. Die Jahreskapazität liegt bei über 275.000 Tonnen für Vorformlinge, Behälter, Verschlüsse, Pumpen und Spender. Hinzu kommen mehr als 2 Milliarden Einheiten an Faltschachteln, Etiketten und Beipackmaterial. Das von der asiatisch-pazifischen Beteiligungsgesellschaft PAG unterstützte Unternehmen beliefert über 1.000 Kunden aus Konsumgüter-, Pharma- und Getränkeindustrie.
Geschäftsführer und CEO Thimmaiah NP sagte, Alternicq baue ein Komplettangebot für unterschiedliche Verpackungsformen und Materialien auf. Ergänzend sucht das Unternehmen weltweit Technologiepartner für Materialien, Formate, Recycling und Lieferketten.
Die Pulpex-Vereinbarung erweitert damit nicht nur das Sortiment, sondern prüft auch Alternicqs Fähigkeit, einen neuen Werkstoff über sein indisches Produktionsnetz zu industrialisieren. Für Konsumgüterhersteller bedeutet die Ankündigung zunächst Zugang zu einer weiteren Flaschenplattform, noch keine bestätigte Großserienversorgung. Entscheidend werden belastbare Nachfrage, die Auswahl der Zielkategorien, notwendige Zulassungen sowie Standort und Kapazität der lokalen Fertigung sein.