Alkoholfreies Bier stützt Spaniens Braumarkt bei sinkender Nachfrage in Europa
Spanien produzierte 2025 insgesamt 41,5 Millionen Hektoliter Bier und damit 5 % mehr als 2019; der Verbrauch erreichte 43,4 Millionen Hektoliter. Alkoholfreies Bier kam auf 14 % des Inlandsabsatzes und half Spanien, sich vom rückläufigen europäischen Markt abzuheben.
Spanien stemmt sich gegen Europas Bierflaute
Spaniens Biermarkt blieb 2025 über dem Niveau vor der Pandemie. Gestützt wurde er durch das wachsende alkoholfreie Segment und eine größere Wohnbevölkerung. Das Land produzierte 41,5 Millionen Hektoliter Bier, berichtet que.es unter Berufung auf die jüngste Jahresbilanz von Brewers of Europe. Das waren 0,5 % mehr als 2024 und 5 % mehr als 2019.
Der Inlandsverbrauch erreichte 2025 rund 43,4 Millionen Hektoliter. Obwohl er gegenüber dem Vorjahr um 0,5 % sank, war dies der zweithöchste Wert seit der Zeit vor der Pandemie. Spanien gehört damit zu den wenigen europäischen Märkten, deren gesamter Bierkonsum noch über dem Stand von 2019 liegt.
Die europäische Branche entwickelt sich in die entgegengesetzte Richtung. Der Bierkonsum in der Europäischen Union sank zwischen 2024 und 2025 um 3,2 % und lag 9,2 % unter dem Niveau von 2019. Die Produktion ging im Jahresvergleich um 2,9 % zurück und blieb 8,6 % unter dem Vorpandemieniveau. Brewers of Europe sprach von einem komplexen Geschäftsumfeld.
Alkoholfreie Sorten erreichen 14 % Marktanteil
Alkoholfreies Bier ist für Spaniens Brauereien zu einem zentralen Wachstumstreiber geworden. Der Absatz der Kategorie stieg 2025 um 4,6 % und machte 14 % des gesamten Bierabsatzes im Land aus. Damit ist etwa jedes siebte in Spanien konsumierte Bier alkoholfrei.
Spanien ist laut que.es Europas größter Markt und Produzent für alkoholfreies Bier. Dem Bericht zufolge wird jedes vierte in der EU bestellte alkoholfreie Bier in Spanien konsumiert. Die Kategorie ist kein Nischenprodukt mehr: Bars bieten eigene Zapfhähne an, und Brauereien räumen ihr einen festen Platz in ihren Sommerkampagnen ein.
Auch in der gesamten EU wächst das Segment, wenn auch von einem niedrigeren Marktanteil aus. Der Absatz erhöhte sich zwischen 2024 und 2025 um 5,87 % und seit 2020 um 38,3 %. Alkoholfreie Produkte stehen inzwischen für 8,2 % des EU-Biermarktes und gehören zu dessen dynamischsten Bereichen, während die Nachfrage nach herkömmlichem Bier schrumpft.
Bevölkerungswachstum stabilisiert die Gesamtnachfrage
Spaniens hoher Gesamtverbrauch beruht teilweise auf der demografischen Entwicklung und nicht auf einer stärkeren individuellen Nachfrage. Die von que.es angeführte Wohnbevölkerung wuchs seit 2019 migrationsbedingt um 5,7 % auf 40,5 Millionen Menschen. Auch der Tourismus und das große Gastgewerbe stützen den Absatz in Bars und Restaurants.
Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2025 bei 51 Litern und damit deutlich unter den 58 Litern von 2022. Das Gesamtvolumen blieb folglich robust, während der Verbrauch je Einwohner nachgab. Außer Spanien lagen den Angaben zufolge nur Malta, Portugal und Schweden über ihrem Konsumniveau von 2019.
Für die Brauereien weisen die Zahlen eher auf eine Verschiebung des Produktmixes als auf eine umfassende Erholung der Trinkmengen hin. Das Produktionswachstum verschafft spanischen Lieferanten und Verarbeitern eine stabilere Inlandsbasis als in vielen Teilen Europas, doch herkömmliches Bier leidet weiterhin unter einer schwächeren Pro-Kopf-Nachfrage. Das weitere Wachstum wird zunehmend von alkoholfreien Neuheiten, ihrer Verfügbarkeit in der Gastronomie und der Fähigkeit der Branche abhängen, Verbraucher mit sinkendem Alkoholkonsum in der Bierkategorie zu halten.