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Heinekens belgische Tochter Alken-Maes verliert mehr als 100 Millionen Euro

Alken-Maes verbuchte 2025 einen Verlust von mehr als 100 Millionen Euro, da der belgische Bierabsatz sank und das Exportgeschäft schwächelte. Die Heineken-Tochter nahm Wertminderungen von 89 Millionen Euro vor, vor allem auf die Brauerei in Alken und das Stassen-Ciderwerk.

Heinekens belgische Tochter Alken-Maes verliert mehr als 100 Millionen Euro

Wertminderungen vergrößern den Verlust 2025

Die belgische Heineken-Tochter Alken-Maes verbuchte 2025 einen Verlust von mehr als 100 Millionen Euro. Der rückläufige Bierkonsum im Inland und schwächere Exporte belasteten das Geschäft. Nach Angaben von Trends nahm das Unternehmen gemäß belgischer Rechnungslegung Wertminderungen von 89 Millionen Euro vor. Sie betreffen hauptsächlich die Brauerei in Alken und das Stassen-Ciderwerk in Aubel.

Zuvor hatte die Muttergesellschaft Heineken in ihrem Geschäftsbericht 2025 bereits eine Wertminderung von 157 Millionen Euro auf ihre belgische Beteiligung ausgewiesen. Der niederländische Braukonzern begründete die Belastung mit schwachen Aussichten, vor allem für die Exportmengen, sowie mit Inflation und gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen. Heineken rechnet von 2025 bis 2028 mit einem jährlichen Rückgang des belgischen Biermarktvolumens um 1,3 %. Erst ab 2029 erwartet das Unternehmen wieder ein Volumenwachstum von 1,3 %.

Harter Wettbewerb belastet den Inlandsabsatz

Alken-Maes erzielte 2025 in Belgien einen Umsatz von 130,5 Millionen Euro, 5 % weniger als im Vorjahr. Das Unternehmen bezeichnete das Jahr im Gastgewerbe als schwierig: Der Markt schrumpfte deutlich, während der Wettbewerb intensiv blieb. Belgien hat viele Brauereien. Deren Bemühungen, Marktanteile zu halten und Kapazitäten auszulasten, haben den Aktionsdruck und damit den Druck auf die Preise erhöht. Bereits für 2024 hatte Alken-Maes von starkem Wettbewerb, zunehmenden Verkaufsaktionen und finanziellen Schwierigkeiten kleinerer Brauereien berichtet.

Auch für 2026 bleibt der Ausblick schwach. Alken-Maes erwartet, dass der gesamte Biermarkt im belgischen Gastgewerbe um 5,4 % und der Einzelhandelsabsatz um 4,6 % zurückgehen wird. Unter diesen Bedingungen strebt das Management nur geringe Marktanteilsgewinne an: 0,17 Prozentpunkte im Gastgewerbe und 0,04 Punkte im Einzelhandel. Ende Juni erwartete die Geschäftsführung für 2026 und die nähere Zukunft keine weiteren Wertminderungen. Mit einer Zuschreibung auf die bereits abgewerteten Vermögenswerte rechnete sie jedoch ebenfalls nicht.

Schwache Exporte stellen Vermögenswerte infrage

Das Exportgeschäft erhöht den Druck. In Alken wird unter anderem das amerikanische IPA Lagunitas gebraut. Heineken hatte 2015 einen Anteil von 50 % an dessen Hersteller übernommen. In den Jahren 2020 und 2021 folgten Wertminderungen von mehreren Hundert Millionen Euro auf die Marke. Auch das belgische Abteibier Affligem entwickelt sich im Ausland schwächer. Dadurch wächst die Unsicherheit über den Wert der zugehörigen Produktions- und Vertriebsrechte.

Der Wirtschaftsprüfer KPMG versah den Abschluss laut Trends mit einem Vorbehalt. Die Brauerei in Alken und die Vertriebsrechte für Affligem stehen weiterhin mit mehr als 18 Millionen Euro in den Büchern, obwohl die Marke den Mönchen der Abtei gehört. KPMG bezweifelte, dass dieser Buchwert noch gerechtfertigt ist. Dieselbe Frage stellte der Prüfer bei Fässern, Kästen und Flaschen mit einem Buchwert von 30 Millionen Euro. Von der Wertminderung über 89 Millionen Euro nicht betroffen waren die handwerkliche Brauerei Mort Subite in Kobbegem und die Mälzerei in Puurs. Die größte Mälzerei des Heineken-Konzerns erzielte 2025 einen Umsatz von 143 Millionen Euro und steuerte 44 % zum Umsatz von Alken-Maes bei. Heineken übernahm Alken-Maes 2008; zum Portfolio gehören Cristal, Maes, Affligem, Mort Subite und Desperados.

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