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Algerien und Spanien schließen Fleischabkommen vor dem Ramadan 2027

Algerische Unternehmen haben mit den spanischen Verbänden PROVACUNO und INTEROVIC zwei Abkommen zur Versorgung mit rotem Fleisch und zur Entwicklung der Tierhaltung geschlossen. Neben der Vorbereitung auf den Ramadan 2027 geht es um Genetik, Logistik, Schlachthöfe und Tiergesundheit.

Algerien und Spanien schließen Fleischabkommen vor dem Ramadan 2027

Zwei Abkommen verbinden algerische und spanische Marktakteure

Algerische und spanische Branchenorganisationen haben mit Blick auf den Ramadan 2027 zwei Kooperationsabkommen über die Versorgung mit rotem Fleisch, den Austausch von Fachwissen und mögliche Investitionen unterzeichnet. Laut Awras wurden die Vereinbarungen bei einem bilateralen Treffen in Algier unter dem Motto „Märkte vereinen, den Sektor stärken“ geschlossen.

Das erste Abkommen verbindet das algerische Fleischunternehmen ALVIAR mit dem spanischen Rindfleischverband PROVACUNO und der Branchenorganisation für Schaf- und Ziegenfleisch INTEROVIC. Das zweite bringt dieselben spanischen Organisationen mit Algeriens nationalem Verband der Importeure von rotem Fleisch zusammen. Geplant sind der Austausch von Markt- und Regulierungsinformationen, Geschäftstreffen, Handelsdelegationen und technische Veranstaltungen sowie neue kommerzielle Partnerschaften.

Zusammenarbeit reicht über Fleischimporte hinaus

Das Programm umfasst Tiergenetik, Logistik, Tiergesundheit, Tierwohl, Rückverfolgbarkeit, Produktqualität und Lebensmittelsicherheit. ALVIAR-Chef Mohamed Rezgui erklärte, der Rahmen solle den Austausch von Informationen und Fachwissen fördern und zugleich lokale Rassen und die Logistik verbessern. Sofiane Bahbou, Sprecher des algerischen Importeurverbands, nannte die Modernisierung von Schlachthöfen und die intensive Tierhaltung im Süden Algeriens als Bereiche für den Einsatz spanischer Technologie und Erfahrung.

Spaniens Botschafter in Algerien, Ramiro Fernandez Bachiller, sagte, Madrid wolle über den reinen Handel hinausgehen und eine dauerhafte Zusammenarbeit in der Tierhaltung aufbauen. Nach Angaben von JUST-INFODZ bleibt Spanien Algeriens wichtigster Lieferant von rotem Fleisch. Cristina E. Olazabal Valiente, Wirtschafts- und Handelsberaterin der spanischen Botschaft, bezeichnete Algerien als wichtigsten Absatzmarkt für spanische Rindfleischexporte außerhalb der Europäischen Union.

Von Awras zitierte Daten von PROVACUNO beziffern Spaniens Rindfleischexporte nach Algerien auf etwa 27.000 Tonnen jährlich. Das entspricht fast 10 % der gesamten spanischen Rindfleischexporte. Nach einer separaten Angabe von El Moudjahid lieferte Spanien im ersten Halbjahr 2026 rund 15.000 Tonnen Rindfleisch und mehr als 8.000 Tonnen Schaffleisch im Wert von über 200 Millionen Euro nach Algerien. Die Zahlen verdeutlichen die Größe der bestehenden Handelsbeziehung, auf deren Grundlage beide Seiten Investitionen in weitere Stufen der Lieferkette prüfen.

Frühe Vorbereitungen sollen Ramadan-Nachfrage absichern

Die kurzfristige Versorgungssicherheit bleibt ein Kernpunkt der Initiative. Rezgui zufolge hat die AGROLOG-Gruppe gemeinsam mit dem algerischen Handelsministerium Maßnahmen ergriffen, um die Nachfrage während des Ramadan 2027 zu decken. Die Vorbereitungen hätten etwa sechs Monate zuvor begonnen. Bahbou erklärte, die erforderlichen Mengen würden importiert, um Engpässe zu vermeiden.

Algeriens Ministerin für Binnenhandel und nationale Marktregulierung, Amel Abdelatif, hat zudem mit Importeuren von rotem Fleisch über kontinuierliche Lieferungen, Warenverfügbarkeit und die frühe Ramadan-Vorbereitung beraten. Die Abkommen verfolgen damit zwei Ziele: Importfleisch für eine verbrauchsstarke Zeit zu sichern und einheimische Kapazitäten aufzubauen, die den Bedarf an wiederkehrenden kurzfristigen Eingriffen verringern könnten. Bei Geschäftsgesprächen in Algier wurden Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten entlang der Fleischkette erörtert. Konkrete Verträge, Investitionssummen oder Produktionsziele nannten die Quellen jedoch nicht.

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