Algerien öffnet seinen Markt für brasilianische Trockenschlempe als Futtermittel
Algerien hat die Einfuhr von in Brasilien erzeugter Trockenschlempe (DDG) freigegeben, einem Nebenprodukt der Maisethanolherstellung für Rinder- und Geflügelfutter. Die Entscheidung wurde laut ANBA in Brasília vom brasilianischen Landwirtschafts- und vom Außenministerium bekannt gegeben. Marokko hatte seinen Markt 2024 für dasselbe Produkt geöffnet.
Algerien hat seinen Markt für die Einfuhr von in Brasilien erzeugter Trockenschlempe (DDG) geöffnet. Die Entscheidung wurde am Dienstag, dem 29., in Brasília vom brasilianischen Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht (Mapa) und vom Außenministerium (MRE) bekannt gegeben, wie die brasilianisch-arabische Nachrichtenagentur ANBA berichtet. Damit erhalten brasilianische Erzeuger des Maisethanol-Nebenprodukts Zugang zu einem zweiten Abnehmer in Nordafrika.
Ein Ethanol-Nebenprodukt als Futterprotein
DDG ist ein Nebenprodukt der Maisethanolherstellung. Laut ANBA ist es reich an Fetten, Fasern und Protein, der Proteingehalt liegt bei rund 30 %, und es wird als Alternative zu Sojaschrot und Maisschrot in der Fütterung von Rindern und Geflügel eingesetzt. Brasilien gehört zu den weltweit größten Erzeugern des Produkts.
Drei Eigenschaften bestimmen, wie der Rohstoff gehandelt wird:
- ein Proteingehalt von rund 30 %, der das Produkt in Mischfutterrezepturen in direkte Konkurrenz zu Sojaschrot stellt;
- ein Fett- und Faserprofil, das auf Rinder- und Geflügelrationen zugeschnitten ist;
- Liefermengen, die an die Maisethanolproduktion gekoppelt sind, da DDG im Destillationsprozess anfällt und nicht unabhängig davon hergestellt werden kann.
Algerien folgt Marokko
Algerien ist der zweite nordafrikanische Markt, der das brasilianische Produkt zulässt. Marokko hatte seinen Markt laut ANBA 2024 für brasilianisches DDG geöffnet. Keines der beiden Länder verfügt über eine Maisethanolindustrie in einer Größenordnung, die DDG im Inland erzeugen würde; jede in heimischen Mischfutterwerken eingesetzte Menge muss daher eingeführt werden.
Für brasilianische Lieferanten zählt jedes freigegebene Zielland, weil das Nebenprodukt in festem Verhältnis zur Ethanolmenge anfällt. Wer die Kraftstoffproduktion erhöht, erhöht auch die DDG-Tonnage — unabhängig davon, ob die heimische Futternachfrage sie aufnimmt. Markteröffnungen sind der Mechanismus, der diese Menge in abgesetzte Ware statt in Lagerbestand verwandelt.
Teil eines größeren Pakets
In derselben Mitteilung bestätigten Mapa und MRE Markteröffnungen für weitere brasilianische Produkte in Antigua und Barbuda, China, Chile und Paraguay. In der Darstellung von ANBA wurde nicht angegeben, um welche Produkte es sich in den einzelnen Märkten handelt; ausführlich beschrieben wurde allein die algerische Zulassung.
Das entspricht der brasilianischen Praxis beim Marktzugang für Agrarerzeugnisse: Er wird Produkt für Produkt und Zielmarkt für Zielmarkt verhandelt und anschließend von den beiden Ministerien gebündelt veröffentlicht, sobald die sanitären und technischen Anforderungen des Einfuhrlandes geklärt sind.
Vom Zugang zur Lieferung
Angaben zu Einfuhrmengen, Zollbehandlung, Kontingenten oder Lieferbeginn enthielt die Mitteilung nicht. Eine Markteröffnung dieser Art legt die regulatorischen und sanitären Bedingungen fest, unter denen ein Produkt eingeführt werden darf; Handel entsteht dadurch allein noch nicht. Die tatsächlichen Ströme hängen von den kommerziellen Konditionen zwischen brasilianischen Exporteuren und algerischen Käufern ab, von den Frachtkosten über den Südatlantik und das Mittelmeer sowie davon, wie sich die DDG-Preise zu Sojaschrot und anderen Proteinquellen verhalten, die algerischen Mischfutterherstellern zur Verfügung stehen.
Für brasilianische Ethanolwerke erweitert die Zulassung den Absatzweg für ein Nebenprodukt, dessen Menge sich nicht unabhängig vom Kraftstoffgeschäft steuern lässt. Für algerische Käufer kommt eine Protein- und Energiequelle hinzu, mit der sie rechnen können — relevant für die Kostensteuerung in der Rind- und Geflügelfleischerzeugung. Ob daraus nennenswerte Tonnagen werden, zeigt sich erst mit den ersten Lieferverträgen.