Kroatiens Agro Simpa baut erstes Auslandswerk in Odessa: 2.000 Tonnen Bienenfutter pro Jahr
Der kroatische Bienenfutter-Hersteller Agro Simpa startet gemeinsam mit dem ukrainischen Unternehmen VRM AHRO LLC eine Produktion in Odessa. Es ist das erste Werk des Unternehmens ausserhalb Kroatiens, geplant sind 2.000 Tonnen Jahreskapazitaet. Kroatien liefert Technologie, Rezepturen und Proteinzusaetze, der ukrainische Partner uebernimmt Produktion und Vertrieb.
Das kroatische Unternehmen Agro Simpa aus Sisak startet in Partnerschaft mit der ukrainischen Firma VRM AHRO LLC eine Bienenfutterproduktion in Odessa. Es wird die erste Produktionsstaette des Unternehmens ausserhalb Kroatiens sein, die geplante Jahreskapazitaet liegt bei 2.000 Tonnen, wie Glas Istre berichtet.
Der ukrainische Partner hat am Dienstag in Sisak offiziell die Maschine fuer das neue Werk uebernommen. Die Produktion soll auf den ukrainischen Markt ausgerichtet sein.
Rollenverteilung im Projekt
Agro Simpa stellt Technologie, Rezepturen und Produktions-Know-how bereit und wird in Kroatien entwickelte Proteinzusaetze und Supplemente in die Ukraine liefern. VRM AHRO uebernimmt die lokale Produktion und den Vertrieb. Agro Simpa bezeichnet den Partner als bereits etabliertes Unternehmen in der ukrainischen Imkerei.
Die Aufgaben sind klar verteilt:
- Agro Simpa: Technologie, Rezepturen, Produktions-Know-how, Qualitaetskontrolle sowie Lieferung der in Kroatien hergestellten Proteinzusaetze und Supplemente.
- VRM AHRO: Fertigung vor Ort, Distribution und Marktzugang.
Beide Unternehmen wollen ausserdem gemeinsam neue Produkte entwickeln und Erfahrungen aus ihren jeweiligen Maerkten austauschen. Fuer Agro Simpa eroeffnet das Projekt die Moeglichkeit einer gemeinsamen Marke in der Ukraine, hoeherer Gesamtproduktionsmengen ueber die Rohstofflieferungen sowie einer weiteren Expansion ausserhalb Kroatiens. VRM AHRO erhaelt Technologie und Unterstuetzung bei Produktion und Produktoptimierung.
Ausschlaggebend sind die Kosten
Agro-Simpa-Direktor Sasa Simic sagt, einer der Hauptgruende fuer die Produktion in der Ukraine sei die Moeglichkeit, die Kosten gegenueber dem Export des Fertigprodukts aus Kroatien zu senken.
„Die Vorteile einer Produktion direkt in der Ukraine sind deutlich niedrigere Preise fuer den zentralen Rohstoff Zucker sowie geringere Arbeits- und Logistikkosten im Vergleich zum Import von Fertigprodukten aus Kroatien. Die Produktionsqualitaet bleibt unter der Kontrolle von Agro Simpa, waehrend VRM AHRO als bereits anerkanntes Unternehmen in der ukrainischen Imkerei die Produktion und den Vertrieb organisiert“, sagte Simic.
Zucker gilt als zentraler Rohstoff der Produktpalette, zu der Energiefutter fuer die Ueberwinterung und trachtlose Perioden sowie Proteinfutter gehoeren. Der lokale Einkauf veraendert damit die Kostenbasis des Endprodukts und nicht nur den Transportweg.
Nachfragebasis: 2,3 Millionen Bienenvoelker
Nach Zahlen, die Agro Simpa in der Mitteilung nennt, gibt es in der Ukraine rund 2,3 Millionen Bienenvoelker und etwa 187.000 Imker. Das Unternehmen geht davon aus, dass lange, kalte Winter und zunehmend ausgepraegte sommerliche Duerreperioden eine hohe Nachfrage nach Zufuetterung erzeugen: Energiefutter waehrend der Ueberwinterung und trachtloser Zeiten sowie Proteinfutter fuer die Entwicklung der Bienenvoelker.
Umsetzung trotz des Krieges
Agro Simpa und VRM AHRO haben sich entschieden, das Projekt fortzufuehren, obwohl der Krieg in der Ukraine bereits vier Jahre andauert. Das Unternehmen aus Sisak rechnet damit, bis zum Kriegsende die Produktion aufzubauen, das Produkt auf dem ukrainischen Markt zu positionieren und die Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner zu entwickeln; danach koennten die Kapazitaeten weiter erhoeht werden.
Agro Simpa wurde 1996 gegruendet und beschaeftigt 45 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist im Handel mit Agrarprodukten und in der Herstellung von Bienenfutter taetig und betreibt ein Netz von 14 Filialen in den Gespanschaften Sisak-Moslavina, Karlovac und Zagreb. Im Produktionsbereich stellt es unter anderem Futterteige und Sirupe fuer Bienen her, die in mehr als 20 Laender der Europaeischen Union sowie in die Vereinigten Staaten, nach Kanada und Australien exportiert werden.
Das Werk in Odessa markiert den Wechsel von diesem exportgetriebenen Modell hin zur Fertigung im Zielmarkt, waehrend die Proteinkomponente der Palette weiterhin aus Kroatien kommt.
Vollständige Marktanalyse