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Afrikas Reisimporte dürften 2026/27 auf 20,055 Millionen Tonnen steigen

Afrika dürfte 2026/27 insgesamt 20,055 Millionen Tonnen Reis importieren, rund 42,2 % des kontinentalen Verbrauchs. Nigeria bleibt der größte aufgeführte Käufer, während Lieferantenpreise, Frachtraten und Zollpolitik die Beschaffungskosten bestimmen.

Afrikas Reisimporte dürften 2026/27 auf 20,055 Millionen Tonnen steigen

Afrika benötigt mehr als 20 Millionen Tonnen Importreis

Afrika dürfte im Vermarktungsjahr 2026/27 insgesamt 20,055 Millionen Tonnen Reis importieren. Das geht aus Daten des Foreign Agricultural Service des US-Landwirtschaftsministeriums hervor, über die Le360 Afrique berichtet. Die Menge entspräche rund 42,2 % des erwarteten kontinentalen Verbrauchs von 47,537 Millionen Tonnen. Beim Reis entspricht das USDA-Handelsjahr 2026/27 dem Kalenderjahr 2027; die am 12. August 2026 veröffentlichten Werte sind daher Prognosen.

Das Defizit konzentriert sich auf Subsahara-Afrika. Dort stehen einem erwarteten Verbrauch von 42,727 Millionen Tonnen lediglich 23,477 Millionen Tonnen Produktion gegenüber. Die Einfuhren werden auf 19,275 Millionen Tonnen geschätzt und würden fast 45 % des Verbrauchs decken. Endbestände von 4,272 Millionen Tonnen entsprechen nur rund 10 % der jährlichen Nachfrage. Damit reagieren die Importmärkte empfindlich auf Lieferunterbrechungen, Transportkosten und die Politik der Exportländer.

In Nordafrika fällt das Defizit geringer aus. Die Region dürfte 4,810 Millionen Tonnen verbrauchen, 4,55 Millionen Tonnen produzieren und 780.000 Tonnen importieren. Die Endbestände werden auf 461.000 Tonnen geschätzt. Die Importquote liegt damit bei rund 16 %. In Marokko, wo Reis gegenüber Weizen oder Couscous eine geringere Rolle spielt, deckt die heimische Produktion laut dem nationalen Branchenverband FNIR etwa 75 % der Nachfrage.

Zehn Märkte bündeln große Einkaufsvolumen

Nigeria bleibt mit jeweils 2,9 Millionen Tonnen in den Jahren 2025/26 und 2026/27 der größte aufgeführte afrikanische Importeur. 2022/23 waren es noch 2 Millionen Tonnen. Côte d’Ivoire folgt mit 1,7 Millionen Tonnen, nach 1,8 Millionen Tonnen im Vorjahr. Für Senegal werden 1,4 Millionen Tonnen erwartet.

Südafrikas Einfuhren sollen bei 1,25 Millionen Tonnen bleiben. Die Prognose für Guinea wurde wegen geringerer Käufe von asiatischem Reis um 100.000 Tonnen auf 1,1 Millionen Tonnen gesenkt. Kenias Schätzung für 2025/26 stieg dagegen um 200.000 Tonnen auf 1 Million Tonnen, nachdem die Regierung zollfreien Zugang für bis zu 490.000 Tonnen angekündigt hatte. Das zeigt, wie schnell Zollentscheidungen Warenströme verändern können.

Mosambiks Importe dürften von 1,05 Millionen Tonnen 2025/26 auf 1 Million Tonnen 2026/27 sinken. Ghana bleibt bei 900.000 Tonnen, Madagaskar bei 850.000 Tonnen und Burkina Faso bei 800.000 Tonnen. Die gesamten Einfuhren Subsahara-Afrikas stagnieren gegenüber 2025/26, liegen aber 25 % über dem Niveau von 2022/23.

Asiatische Exportpreise prägen die Einstandskosten

Die FOB-Notierungen der wichtigsten Lieferanten unterscheiden sich deutlich. Indischer Reis verteuerte sich wegen starken Interesses aus Afrika und Ostasien um 3 $ auf 358 $ je Tonne. Pakistans Preis sank angesichts schwacher Verkäufe im Nahen Osten um 19 $ auf 395 $ je Tonne. Vietnam erreichte wegen begrenzten Angebots 437 $ je Tonne. Thailand blieb trotz eines Rückgangs um 16 $ mit 458 $ je Tonne der teuerste der genannten asiatischen Anbieter.

Indiens vergleichsweise niedrige Notierung festigt die Rolle des Landes als zentraler Lieferant Afrikas. Höhere Preise in Vietnam und Thailand verteuern die Beschaffung für Käufer dieser Herkunftsländer. Pakistan bietet gegenüber beiden eine günstigere Alternative, allerdings weist der USDA-Bericht keine großen Lieferströme von Pakistan nach Afrika aus. Ob der FOB-Vorteil beim Importeur ankommt, hängt von Frachtkosten und Lieferbedingungen ab.

Auch China wird auf afrikanischen Reismärkten aktiver. Wegen wettbewerbsfähiger Preise und stärkerer afrikanischer Nachfrage wurde seine Exportprognose für 2026 um 200.000 Tonnen von 1,9 Millionen auf 2,1 Millionen Tonnen angehoben. Afrika selbst bleibt als Exporteur unbedeutend. Ägypten ist das einzige afrikanische Land in der Liste großer Anbieter und dürfte 2026/27 rund 200.000 Tonnen ausführen, weniger als 0,4 % der erwarteten weltweiten Exporte von 62,875 Millionen Tonnen.

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