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Afghanistan wird größter Abnehmer kasachischen Weizenmehls — Astana subventioniert Transport

Afghanistan entwickelt sich von einem Randmarkt zu einem Treiber des südlichen Getreidekorridors Kasachstans und ist laut ZOL.ru bereits der mit Abstand größte Käufer kasachischen Weizenmehls. Der Staat subventioniert die Transportkosten für Mehlexporte nach Afghanistan mit 16.338 Tenge je Tonne, die Lieferungen stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 57 %. Um den afghanischen Markt konkurriert Kasachstan hart mit Usbekistan.

Afghanistan wird größter Abnehmer kasachischen Weizenmehls — Astana subventioniert Transport

Afghanistan rückt zum Hauptabnehmer auf

Afghanistan wandelt sich von einer Randdestination zu einem der möglichen Treiber des südlichen Getreidekorridors Kasachstans, berichtet das Branchenportal ZOL.ru. Derzeit ist das Land der unangefochtene Spitzenreiter beim Einkauf kasachischen Weizenmehls. Gesichert ist diese Position allerdings nicht: Kasachstan und Usbekistan liefern sich einen harten Wettbewerb um die afghanische Nachfrage.

Entschieden wird dieser Wettbewerb längst nicht mehr allein über die Mehlqualität. Kasachische Müller müssen laut ZOL.ru heute nicht nur mit der Produktqualität konkurrieren, sondern auch mit den Logistikkosten — eine direkte Folge der Veränderungen im Nachbarmarkt.

Usbekistan baut eigene Verarbeitung auf

In den vergangenen Jahren hat Usbekistan planmäßig eine eigene Getreideverarbeitung entwickelt: Das Land schuf günstige Bedingungen für den Getreideimport und schützte zugleich die heimische Mehlproduktion, berichtet ZOL.ru. Beides zusammen verschafft usbekischen Mühlen Rohstoff zu vorteilhaften Konditionen und einen geschützten Binnenmarkt — und macht Usbekistan vom Käufer kasachischen Mehls zum Konkurrenten um dieselben afghanischen Kunden.

Für Kasachstan geht es um mehr als Mehlmengen. Die Vermahlung steht am wertschöpfenden Ende der Getreidekette: Wer sie verliert, exportiert Rohweizen und überlässt die Verarbeitungsmarge fremden Werken. Die Geografie verschärft das Problem, denn Mehl auf dem Weg nach Afghanistan muss das Gebiet des Wettbewerbers durchqueren. Transit- und Bahntarife stehen damit im Zentrum der kommerziellen Auseinandersetzung.

Transportsubvention von 16.338 Tenge je Tonne

Die kasachische Regierung setzt bei den Kosten an. Sie unterstützt die Branche und sieht eine Subventionierung der Transportkosten beim Mehlexport nach Afghanistan in Höhe von 16.338 Tenge je Tonne vor, berichtet ZOL.ru. Die Maßnahme zielt auf den schwächsten Punkt der kasachischen Exporteure auf dieser Route, nicht auf das Produkt selbst.

  • Transportsubvention für Mehlexporte nach Afghanistan: 16.338 Tenge je Tonne
  • Kasachstans Export von Getreideverarbeitungsprodukten im ersten Halbjahr 2026: plus 20 %
  • Lieferungen nach Afghanistan im ersten Halbjahr 2026: plus 57 %

Die Wirkung ist bereits sichtbar. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen Kasachstans Exporte von Verarbeitungsprodukten um 20 %, die Lieferungen nach Afghanistan um 57 %, so ZOL.ru. Das afghanische Geschäft wächst damit fast dreimal so schnell wie die gesamte Kategorie — ein Hinweis darauf, dass die subventionierte Route den Großteil des Zuwachses trägt.

Die Korridorfrage für Zentralasien

„Unsere Aufgabe ist es nicht, Schuldige in der Vergangenheit zu suchen, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen kasachisches Mehl auf den Auslandsmärkten wettbewerbsfähig ist. Eine starke Verarbeitung bedeutet einen zusätzlichen Absatzmarkt für kasachisches Getreide, Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land“, betont Schandos Kuanyschew, erster Vizepräsident der AG Astyk Trans und Leiter des Logistik- und Inspektionskomitees der Getreideunion Kasachstans.

Kuanyschew nimmt an einer Diskussionssession im Rahmen der VI. Internationalen Konferenz Asia Grains&Oils Conference in Tashkent 2026 teil, die am 16. September in der usbekischen Hauptstadt stattfindet. Leitfrage der Runde ist, ob die Region das wachsende Getreideaufkommen Zentralasiens in einen steuerbaren, wettbewerbsfähigen und diversifizierten Exportkorridor überführen kann. Auf der Agenda stehen Logistik, Preise und Prognosen — Themen, die Händler, Verarbeiter und Erzeuger gleichermaßen betreffen.

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