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Ägypten sucht neue Exportmärkte für Überschüsse aus der Geflügelproduktion

Ägypten will überschüssige Geflügelprodukte in Afrika, den Golfstaaten und weiteren Regionen vermarkten. Als Exportbasis dienen 59 krankheitsfreie, bei der Weltorganisation für Tiergesundheit registrierte Betriebe.

Ägypten sucht neue Exportmärkte für Überschüsse aus der Geflügelproduktion

Produktionsüberschuss rückt den Export in den Mittelpunkt

Ägyptens Ministerium für Landwirtschaft und Landgewinnung will die Geflügelexporte ausweiten, nachdem die heimische Produktion die staatliche Zielmarke überschritten hat. Der stellvertretende Landwirtschaftsminister Mostafa El-Sayyad erklärte, das aktuelle Angebot an Geflügelfleisch und Konsumeiern liege über dem geplanten Bedarf. Für den Überschuss seien daher zusätzliche Absatzkanäle erforderlich.

El-Sayyad bezeichnete die Geflügelwirtschaft als eine der wichtigsten strategischen Branchen Ägyptens, da sie weißes Fleisch und Eier bereitstellt. El Watan zufolge stimmt sich das Ministerium mit dem Allgemeinen Verband der Geflügelproduzenten und einzelnen Tierhaltern ab, um deren Bedarf zu erfassen und die Branche zu stabilisieren.

Bei einem Treffen mit dem Landwirtschaftsminister bat der Produzentenverband die Regierung um Unterstützung bei der Erschließung ausländischer Märkte. Zudem forderte er Bankfinanzierungen zur Modernisierung der Betriebe. Die Forderungen verbinden kurzfristig benötigte Absatzmöglichkeiten mit Investitionen in bessere Produktionsanlagen.

Inländische Lagerung soll den Markt zunächst entlasten

Das Ministerium verfolgt zwei Wege für den Überschuss. Der erste führt über den Binnenmarkt. Dafür arbeitet es mit dem Versorgungsministerium, der Holdinggesellschaft für Lebensmittelindustrie und staatlich verbundenen Verbraucherzentren zusammen. Diese Einrichtungen können zusätzliche Produkte aufnehmen und über bestehende Einzelhandelsnetze verteilen.

Die Lagerung ist ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes. Die Regierung will Lagerhäuser und Kühlkapazitäten bereitstellen, damit überschüssige Produktion aufbewahrt und in den folgenden Monaten genutzt werden kann. Dadurch ließe sich der sofortige Verkaufsdruck bei hohem Angebot verringern und die Verfügbarkeit über einen längeren Zeitraum verteilen.

Die Quelle nennt weder die aktuelle Produktionsmenge noch die Größe des Überschusses oder die geplante zusätzliche Kühlkapazität. Auch das mögliche Einkaufsvolumen staatlicher Abnehmer bleibt offen. Die Politik gibt damit eine Richtung für den Umgang mit dem Überangebot vor, ohne die möglichen Marktwirkungen zu beziffern.

59 Betriebe bilden die Exportbasis

Der zweite Weg führt in den Außenhandel. Nach Angaben von El-Sayyad verfügt Ägypten derzeit über 59 Betriebe, die als krankheits- und vogelgrippefrei eingestuft und bei der Weltorganisation für Tiergesundheit registriert sind. Dieser Status ermöglicht ihnen grundsätzlich den Export von Geflügelprodukten, sofern sie die Anforderungen des jeweiligen Ziellandes erfüllen.

Das Ministerium will neue Märkte in Afrika, den Golfstaaten und weiteren Regionen erschließen. Die Initiative soll die Exporterlöse erhöhen, Devisen einbringen und die Geflügelwirtschaft stabilisieren. Konkrete Zielländer, Liefermengen, Vertragswerte oder Zeitpläne wurden nicht genannt.

Das tatsächliche Exportwachstum hängt von mehr als der Zahl zugelassener Betriebe ab. Produzenten müssen die veterinärrechtlichen und lebensmittelrechtlichen Vorgaben der Zielmärkte erfüllen; Verarbeiter und Händler benötigen Kühlketten und Geschäftsbeziehungen zu Abnehmern. Für ägyptische Tierhalter würde erfolgreicher Marktzugang den Kundenkreis für Überschüsse vergrößern. Importeure könnten einen zusätzlichen zugelassenen Anbieter von Geflügelfleisch und Eiern erhalten.

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