Ägypten prüft Antrag der Bäckereien auf höhere Preise für unsubventioniertes Brot
Ägyptens Versorgungsministerium prüft wegen gestiegener Mehl- und Weizenkosten einen Antrag auf höhere Preise für unsubventioniertes Brot. Die Getreideindustrie bietet zugleich an, Mehllieferungen an Bäckereien zu koordinieren und so den Markt zu stabilisieren.
Ministerium prüft Antrag der Bäckereien
Ägyptens Ministerium für Versorgung und Binnenhandel prüft einen Antrag der Bäckereien, die Preise für unsubventioniertes Brot anzuheben. Anlass sind höhere Kosten für frei gehandeltes Mehl und den dafür verwendeten Weizen. Die Gespräche betreffen Touristenbrot und europäische Backwaren, die außerhalb des Subventionssystems verkauft werden.
Versorgungsminister Sherif Farouk erklärte, das Ministerium habe zu verschiedenen Zeitpunkten mehrere Treffen mit der Allgemeinen Abteilung der Bäckereien, der Kammer der Getreideindustrie und Mühlenbesitzern abgehalten. Laut Al Masry Al Youm sind die Gespräche Teil der laufenden Beobachtung des Marktes für unsubventioniertes Brot und der Veränderungen bei den Produktionskosten, insbesondere beim Mehl.
Tatsächliche Produktionskosten werden geprüft
Die Allgemeine Abteilung der Bäckereien beantragte eine Preiserhöhung, die dem Anstieg der Kosten für frei gehandeltes Mehl entsprechen soll. Diesen führt die Branche auf höhere Preise für den eingesetzten Weizen zurück. Farouk zufolge wird der Antrag noch geprüft. Die Behörden untersuchen die einzelnen Kostenbestandteile, um den tatsächlichen Anstieg der Produktionsausgaben und seine Auswirkung auf die Kosten je Brot festzustellen.
Das Quellenmaterial nennt weder einen vorgeschlagenen Verkaufspreis noch einen Zeitplan oder eine endgültige Anpassung. Bäckereien, Mühlen und Verbraucher warten daher auf die Einschätzung des Ministeriums, welcher Anteil der höheren Getreide- und Mehlkosten in die Brotpreise einfließen darf. Die Prüfung ermöglicht es dem Staat außerdem, vor einer Genehmigung die Margen entlang der Lieferkette zu untersuchen.
Getreideindustrie bietet Unterstützung mit Mehl an
Abdel Ghaffar El-Salamouni, stellvertretender Vorsitzender der Kammer der Getreideindustrie im Verband der ägyptischen Industrie, erklärte, die Kammer sei bereit, in Abstimmung mit den zuständigen Akteuren Mehl für Bäckereien bereitzustellen. Cairo24 zufolge soll das Angebot dazu beitragen, die Preise für Touristenbrot zu kontrollieren und zu stabilisieren. Eine Koordination zwischen Mühlen und Bäckereien könnte die Versorgung sichern, während das Ministerium den Preisantrag prüft.
Im Mittelpunkt steht das Gleichgewicht zwischen den Betriebskosten der Bäckereien und bezahlbaren Verbraucherpreisen. Hersteller von unsubventioniertem Brot sind unmittelbar von den Marktpreisen für Weizen und Mehl abhängig, weshalb steigende Rohstoffkosten ihre Margen stärker belasten. Mühlen und Getreideunternehmen wiederum wollen eine stabile Nachfrage der Bäckereien erhalten und Unterbrechungen der Mehlverteilung vermeiden. Die Entscheidung des Ministeriums wird zeigen, ob Bäckereien und Lieferanten den Kostendruck tragen oder ihn an die Verbraucher weitergeben dürfen und ob koordinierte Mehllieferungen Umfang oder Geschwindigkeit einer Preisanpassung begrenzen können.