Ägypten exportiert 80 % seiner Flachserzeugung und liegt weltweit auf Rang drei
Ägypten exportiert 80 % seiner Flachserzeugung und hält 6 % des weltweiten Handels mit Rohflachs, teilte das Agrarforschungszentrum mit. Jährlich werden 50.000 Feddan bestellt; je Feddan entstehen 0,5 Tonnen Saat und 0,5 Tonnen Fasern.
Ägypten hält 6 % des weltweiten Rohflachshandels
Ägypten exportiert 80 % seiner Flachserzeugung und steht unter den Exporteuren von Rohflachs weltweit an dritter Stelle. Das erklärte Mostafa Attia Emara, Sprecher des ägyptischen Agrarforschungszentrums. Nach Angaben von Mubasher beläuft sich der Anteil des Landes am Welthandel mit diesem Rohstoff auf 6 %. Der Bericht stützt sich auf ein telefonisches Interview Emaras mit dem Fernsehsender Sada El Balad.
Die Zahlen zeigen die starke Exportorientierung des ägyptischen Flachssektors. Da vier Fünftel der inländischen Erzeugung ins Ausland gehen, sind der Zugang zu internationalen Abnehmern und deren Nachfrage entscheidend für die Erlöse der Landwirte und Rohflachshändler.
Das Agrarforschungszentrum nannte weder Zielländer noch Ausfuhrmengen, Preise oder Handelswerte. Auch der Zeitraum, auf den sich der Anteil von 6 % am Welthandel bezieht, blieb offen. Die Angaben belegen damit die gemeldete Marktposition Ägyptens, lassen aber keine Aussage über die Entwicklung des Handels im Zeitverlauf zu.
Jährliche Anbaufläche beträgt 50.000 Feddan
Nach Emaras Angaben werden in Ägypten jedes Jahr 50.000 Feddan mit Flachs bestellt. Je Feddan werden 0,5 Tonnen Saat und 0,5 Tonnen Fasern erzeugt. Damit liefert dieselbe Anbaufläche den Betrieben zwei wirtschaftlich nutzbare Produkte.
Auf Grundlage der genannten Fläche und Erträge fallen Saat und Textilfasern je Feddan in gleichen Mengen an. Die Quelle machte jedoch keine Angaben zur gesamten nationalen Erzeugung. Ebenso blieb offen, ob die genannten Erträge einen Durchschnitt, ein Ziel oder ein typisches Ergebnis unter den gegenwärtigen Anbaubedingungen darstellen.
Flachs ist seit Langem in der ägyptischen Landwirtschaft verankert. Emara bezeichnete ihn als einheimische Kulturpflanze, die seit 7.000 Jahren und bereits zu Zeiten der Pharaonen angebaut werde. Seine heutige wirtschaftliche Bedeutung beruht sowohl auf der landwirtschaftlichen Erzeugung als auch auf seiner Verwendung als Industrierohstoff.
Regierung setzt auf mehr Verarbeitung im Inland
Flachsfasern werden für die Textilherstellung verwendet. Die Wertschöpfungskette verbindet daher Landwirte und Rohstoffhändler direkt mit den Verarbeitern. Die Saat bildet ein zweites Produkt, doch das Agrarforschungszentrum nannte weder deren Verwendungszwecke noch den Inlandsverbrauch oder ihren Exportanteil.
Nach Angaben Emaras verfolgt der Staat eine Strategie, um landwirtschaftliche Materialien und Rohstoffe zu Produkten aus nationaler Fertigung zu verarbeiten. Flachs zählt dabei zu den Prioritäten. Ziel ist es, durch die heimische Industrie mehr Wertschöpfung im Land zu halten, statt sich allein auf den Verkauf unverarbeiteter Materialien zu stützen.
Für die Branche entsteht daraus ein klarer Balancebedarf. Rohflachsexporte sichern Ägypten bereits den dritten Platz weltweit und nehmen 80 % der Erzeugung auf. Eine stärkere Verarbeitung würde dagegen mehr Rohstoff in die inländische Fertigung lenken. Emara kündigte für die kommende Zeit mehr Integration und Abstimmung an und verwies auf die Fortsetzung der seit 2014 laufenden Arbeit. Einen Zeitplan, Investitionssummen, Kapazitätsziele oder konkrete Industrieprojekte nannte er nicht.