Türkei startet Baumwollernte in Adana: 40 Lira je Kilogramm, rund 230.000 Tonnen erwartet
In den küstennahen Feldern des Bezirks Karataş bei Adana hat die erste Baumwollernte der Türkei begonnen, der Erzeugerpreis startet bei 40 Lira je Kilogramm. Für die Provinz werden in dieser Saison rund 230.000 Tonnen erwartet, nachdem Niederschläge die Erträge verbessert haben. Die Anbaufläche in der Çukurova ist auf 58.000 Dönüm gefallen.
Die früheste Baumwolle der türkischen Saison wird derzeit in Adana gepflückt, begonnen wurde auf den küstennahen Feldern des Bezirks Karataş. Der Erzeugerpreis startet bei 40 Lira je Kilogramm, für die Provinz werden in dieser Saison rund 230.000 Tonnen erwartet. Für die höheren Erträge machen haberler.com und gazetebirlik.com die Niederschläge verantwortlich.
Erntebeginn in Karataş
Adana ist traditionell die Provinz, in der die erste türkische Frühbaumwolle – lokal turfanda genannt – auf den Markt kommt. Gepflückt wird zunächst auf den meernahen Flächen in Karataş. Nach Erzeugungsmenge liegt Adana bundesweit auf Platz fünf, Baumwolle zählt zu den strategischen Kulturen des Landes.
Innerhalb der Provinz wird Baumwolle nur in Karataş und Ceyhan angebaut, sagte Mehmet Akın Doğan, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer Yüreğir, während der Ernte gegenüber Journalisten. Die Landwirte bestellten dort versalzte Böden, auf denen keine andere Kultur wachse; Weizen und Sonnenblumen seien auf diesen Flächen keine Alternative.
Fläche in der Çukurova sinkt auf 58.000 Dönüm
Die Anbaufläche schrumpft. In der Region Çukurova ist die Baumwollaussaat in diesem Jahr auf 58.000 Dönüm gefallen – ein Dönüm entspricht 1.000 Quadratmetern. Beide Publikationen führen das auf eine breitere Fruchtfolgevielfalt, niedrigere Baumwollpreise und gestiegene Betriebsmittelkosten zurück.
Betriebe ohne ackerbauliche Alternative säen weiter Baumwolle und tragen auf diesen Böden allein damit zur Agrarproduktion bei. Keiner der beiden Berichte erklärt, wie sich die Aussaatfläche von 58.000 Dönüm zur Prognose von 230.000 Tonnen für die Provinz verhält; eine Aufschlüsselung der Erntefläche nach Bezirken wurde nicht veröffentlicht.
Die Marge hängt an der Förderung
Doğan rechnete die Erlössituation je Dönüm vor:
- Erwarteter Ertrag: 400 Kilogramm je Dönüm
- Produktionskosten: 15.000 Lira je Dönüm
- Bruttoerlös bei 40 Lira je Kilogramm: 16.000 Lira je Dönüm
- Staatliche Förderung: 1.652 Lira je Dönüm
Nach diesen Zahlen bleiben vor Förderung 1.000 Lira je Dönüm. „Unser Landwirt verdient genau so viel, wie die gewährte Förderung beträgt“, sagte Doğan. Er forderte eine höhere Zahlung je Dönüm und eine Lockerung der Regel, nach der im dritten Jahr derselben Kultur keine Förderung mehr fließt – gerade für Karataş und Ceyhan, wo kaum Fruchtwechsel möglich ist. „Wir erwarten eine positive Sonderbehandlung für diese Gebiete“, sagte er.
Nachfrage aus vier Industrien
Die Kultur liefert gleich mehreren Verarbeitungsketten Rohstoff: die Faser der Textilindustrie, das Saatgut der Öl- und Futtermittelindustrie, der Linter der Papierherstellung und der Presskuchen der Tierhaltung. Dieselbe Adana-Ernte versorgt damit Spinnereien, Ölmühlen und Futterwerke zugleich.
Die Preisbildung bleibt jedoch extern bestimmt. Laut Doğan hängen die Inlandspreise direkt von den Weltmarktpreisen ab, weil die Einfuhrzölle auf Baumwolle nicht erhöht werden können. Für türkische Spinnereien und Entkörnungsbetriebe setzt der Eröffnungspreis von 40 Lira je Kilogramm in Adana die erste inländische Preismarke der Saison, noch vor der Haupternte im übrigen Land.
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