Abu Qurqas steigert tägliche Rübenannahme auf 7.500 Tonnen
Der ägyptische Zuckerkomplex Abu Qurqas will in dieser Saison mehr als 140.000 Tonnen Zucker produzieren und hat seine tägliche Rübenannahme auf 7.500 Tonnen erhöht. Zugleich baut das Werk die Produktion und den Export von Nebenprodukten für Futtermittel und Biokraftstoffe aus.
Rübenannahme erreicht täglich 7.500 Tonnen
Der Zuckerkomplex Abu Qurqas im ägyptischen Gouvernement Minya hat seine Kapazität zur Annahme von Zuckerrüben in der laufenden Saison auf täglich 7.500 Tonnen erhöht. In der vorigen Saison waren es 7.000 Tonnen, vor dem jüngsten Ausbauprogramm 6.000 Tonnen. Die Erweiterung soll größere Erntemengen aufnehmen, Wartezeiten für Landwirte verkürzen und die Auslastung der Verarbeitungslinien verbessern.
Minyas Gouverneur Emad Kadwani überprüfte bei einem Werksbesuch die Rübenlieferungen und die Produktion, wie Akhbar El-Yom, Al-Masry Al-Youm und El Watan berichteten. Die Besichtigung umfasste die mechanische Entladung, das Labor, die Extraktionsanlagen, die Verpackung und die Anlagen zur Zuckertrennung. Das Werk arbeitet rund um die Uhr in drei Schichten.
Mohamed Haidar, Bereichsleiter der neuen Zuckerfabriken Abu Qurqas, bezeichnete die laufende Kampagne als eine der besten in der Geschichte des Werks. Die Rübenanlieferung begann im März und dauert noch an. Laut Mohamed Abdel Hamid Al-Owaisi, dem für Landwirtschaft zuständigen Staatssekretär des Gouvernements, sind in Minya in diesem Jahr rund 67.000 Feddan mit Zuckerrüben bestellt.
Zuckerproduktion von mehr als 140.000 Tonnen geplant
Der Komplex will in der laufenden Saison mehr als 140.000 Tonnen Zucker herstellen. Seine Rohstoffbasis umfasst Verträge für 40.000 Feddan Zuckerrüben und 12.000 Feddan Zuckerrohr. Die Anlage erstreckt sich über 85 Feddan und beschäftigt neben Saisonkräften rund 1.400 fest angestellte Mitarbeiter.
Der in Abu Qurqas produzierte Zucker geht an das ägyptische Versorgungsministerium und wird über das Lebensmittelkartensystem verteilt. Weitere Mengen werden staatlich verbundenen Verbrauchermärkten bereitgestellt. Der höhere Durchsatz ist damit vor allem für die Inlandsversorgung relevant, insbesondere für subventionierte und staatlich organisierte Absatzkanäle.
Der Ausbau verbindet die Logistik der Landwirtschaft enger mit der Effizienz der Fabrik. Eine schnellere Annahme kann während der Ernte Warteschlangen und Verzögerungen vor der Verarbeitung reduzieren. Für die Landwirte ist entscheidend, ob die zusätzliche Kapazität kontinuierliche Lieferungen ermöglicht. Das Werk kann seine Fixkosten des durchgehenden Betriebs auf eine größere Rohstoffmenge verteilen.
Nebenprodukte liefern Futter- und Exporterlöse
Neben Zucker plant der Komplex 56.000 Tonnen Melasse, 29.000 Tonnen weißen Alkohol mit einer Konzentration von 95%, 23.000 Tonnen konzentrierte Vinasse, 5.000 Tonnen getrocknete Vinasse und 600 Tonnen Kohlendioxid. Damit reicht die Produktion über raffinierten Zucker hinaus und liefert Vorprodukte für Futtermittel, Alkohol und biokraftstoffnahe Industrien.
Die Ausfuhr getrockneter, als Tierfutter verwendeter Melasse stieg laut Haidar von 29.000 Tonnen in der vergangenen Saison auf 46.000 Tonnen in der laufenden Saison. Dadurch erschließt der Komplex einen zusätzlichen Absatzkanal außerhalb des regulierten ägyptischen Zuckervertriebs und erzielt Exporterlöse mit Verarbeitungsrückständen. Für die Branche zeigt Abu Qurqas, wie eine höhere Rübenannahme und die Vermarktung von Nebenprodukten die Wirtschaftlichkeit eines Werks stützen können, ohne allein vom Wert des Zuckers abhängig zu sein.
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