Aboitiz Power offen für Konsortium beim ersten Kohle-Mischterminal der Philippinen
Aboitiz Power Corp. zeigt sich offen dafür, einem Konsortium für das erste zentrale Kohle-Mischterminal der Philippinen beizutreten — eine Anlage, die die Regierung als Ziel gesetzt hat. Das Unternehmen gilt als weiterer früher Interessent, nicht als erster. Standort, Kapazität, Kosten und Zeitplan sind offen, eine Investitionszusage gibt es nicht.
Aboitiz Power Corp. hat sich offen dafür gezeigt, einem Konsortium beizutreten, das das erste zentrale Kohle-Mischterminal der Philippinen errichten würde. Damit gilt der börsennotierte Stromerzeuger als weiterer früher Interessent an einer Anlage, die die Regierung als Ziel vorgegeben hat. Die Position des Unternehmens wurde in Manila bekannt und bleibt hinter einer festen Zusage zurück: Weder Investitionssumme noch Beteiligungsquote oder Partnerkreis sind genannt.
Zentrale Projektparameter sind nicht offengelegt — Standort, Umschlagkapazität, Investitionsvolumen und Bauzeitplan. Aboitiz Power wird als weiterer und nicht als erster Interessent beschrieben, was darauf hindeutet, dass mindestens eine andere Partei zuvor Interesse signalisiert hatte.
Mischen ist eine technische, keine Handelsaufgabe
Kesselkohle wird nach Spezifikation gekauft und nicht als einheitliche Ware. Die Ladungen unterscheiden sich in Heizwert, Schwefel-, Asche- und Wassergehalt, Flüchtigen und Mahlbarkeit, und jeder Kessel ist auf ein enges Band dieser Parameter ausgelegt. Kohle außerhalb dieses Bandes kostet Wirkungsgrad, erhöht den Verschleiß an Mühlen und Entaschungssystemen und kann Lastabsenkungen erzwingen.
Das Mischen bringt beide Seiten zusammen. Wer eine hochkalorische Ladung mit einer billigeren, geringwertigeren mischt, erhält einen Brennstoff, der die Kesselspezifikation zu geringeren Kosten frei Kraftwerk erfüllt als der Einkauf nach Spezifikation im Verladehafen. Philippinische Erzeuger lösen das bislang über den Kauf vorgemischter Ladungen bei Lieferanten, über das Mischen im Schiffsraum oder über die Bewirtschaftung der Halden an den Anlegern einzelner Kraftwerke. Jeder dieser Wege ist durch Schiffsdisposition und die Lagerkapazität eines einzelnen Standorts begrenzt.
Ein zentrales landseitiges Terminal verlagert diesen Schritt in eine eigene Anlage mit Lagerflächen, Rückladegeräten und kontrollierter Mischung. Grundsätzlich können mehrere Abnehmer damit Tonnage bündeln, ein breiteres Sortenspektrum gleichzeitig vorhalten und gleichbleibende Mischungen auf Bestellung erzeugen statt Ladung für Ladung.
Folgen für Beschaffung und Logistik
Die Philippinen importieren den Großteil der verfeuerten Kesselkohle, wobei indonesische Lieferungen dominieren, während die heimische Förderung auf geringwertigere Sorten konzentriert ist. Kohle bleibt die größte einzelne Stromquelle des Landes, womit die Brennstofflogistik zu einer Systemkostenfrage wird und nicht zum Problem eines einzelnen Unternehmens. Ein Mischterminal erweitert das Einkaufsfenster: geringwertige heimische oder indonesische Tonnage wird in Blöcken einsetzbar, die sie pur nicht verarbeiten könnten — vorausgesetzt, eine hochkalorische Ladung steht zur Aufwertung bereit.
Der zweite Effekt ist die Größe. Wird die Löschung in einem Terminal gebündelt, lassen sich größere Schiffe und weniger Hafenanläufe nutzen als bei der Belieferung Kraftwerk für Kraftwerk — daher stammen mögliche Einsparungen bei Fracht und Liegegeld. Zudem entsteht ein tiefer Lagerpuffer statt mehrerer flacher, was bei Lieferunterbrechungen im Ursprungsland, wetterbedingten Hafenschließungen oder Verspätungen der Schifffahrt zählt.
Offene Fragen vor der Konsortialbildung
Die kommerzielle Struktur wiegt so schwer wie der Beton. Ein Terminal im gemeinsamen Besitz konkurrierender Erzeuger wirft Fragen auf, die die Projektträger öffentlich nicht beantwortet haben:
- ob der Zugang Dritten offensteht oder auf die Anteilseigner beschränkt bleibt;
- wie und von wem Umschlag- und Mischentgelte festgelegt werden;
- die Lage im Verhältnis zu bestehenden Kraftwerksanlegern und Lastzentren des Netzes;
- die Aufteilung der Anteile und die Frage, wer Bau- und Auslastungsrisiko trägt;
- ob die Nutzung freiwillig ist oder politisch vorgegeben wird.
Für Aboitiz Power kostet die erklärte Offenheit in dieser Projektphase wenig. Der kommerzielle Test beginnt, wenn Kapazität, Entgelte und Abnahmeverpflichtungen schriftlich vorliegen und die beteiligten Erzeuger das Mischentgelt des Terminals mit den Kosten derselben Arbeit an den eigenen Anlegern vergleichen müssen.