AB InBev erreicht dank WM-Sponsoring Sieben-Jahres-Hoch, IWSR sieht Dosen-Fertigdrinks im Aufwind
Laut Cinco Dias hat Anheuser-Busch InBev seine Führungsposition im weltweiten Biermarkt mit dem Sponsoring der Fussball-Weltmeisterschaft bekraeftigt und den hoechsten Stand seit sieben Jahren erreicht, mit einem Plus von 34% im Jahr 2026 und 78% Kaufempfehlungen. Eine von derselben Zeitung zitierte IWSR-Studie erwartet einen Boom bei Alkoholgetraenken in Dosen und Fertigmischungen zulasten traditioneller Maerkte wie Wein. Zugleich schrumpft der spanische Bierabsatz.
Sieben-Jahres-Hoch dank der Weltmeisterschaft
Anheuser-Busch InBev hat seine Fuehrungsposition im weltweiten Biermarkt mit dem Sponsoring der Fussball-Weltmeisterschaft bekraeftigt und den hoechsten Stand seit sieben Jahren erreicht, berichtet Cinco Dias. Die spanische Wirtschaftszeitung zaehlt den Brauer zu den besten Werten im Euro Stoxx 50 mit einem Plus von 34% im Jahr 2026 und schreibt, dass 78% der Analysten die Aktie zum Kauf empfehlen und mit einer besseren Rendite fuer die Aktionaere rechnen.
Die Kursentwicklung steht im Kontrast zu den operativen Zahlen. Cinco Dias berichtete, dass der groesste Brauer der Welt im ersten Quartal ein organisches Wachstum von 0,8% verzeichnete. Dieselbe Zeitung zitiert die Investmentbank Jefferies, die einen Anstieg des gesamten Absatzvolumens um rund 0,3% erwartet.
IWSR erwartet Wachstum bei Dosen-Fertigdrinks zulasten von Wein
Eine von Cinco Dias zitierte Studie des IWSR prognostiziert einen Boom bei alkoholischen Getraenken in Dosen und in trinkfertiger Form zulasten traditionellerer Maerkte wie Wein. Die Prognose faellt in eine Phase, in der alkoholfreie Produkte bereits das am schnellsten wachsende Segment sind. Nach Angaben derselben Zeitung haelt die spanische Gruppe Agora dank der Nachfrage nach alkoholfreien Sorten ein Wachstum von rund 6% pro Jahr, waehrend ein anderer Brauer mit der Marke Founders in einen Schluesselmarkt eingestiegen ist, in dem alkoholfreie Produkte zweistellig zulegen.
Nachfrage in Spanien schrumpft
Spaniens Bierhersteller reduzieren ihre Absatzmengen, belastet von geringeren verfuegbaren Einkommen und ruecklaeufigem Konsum in der Gastronomie, berichtet Cinco Dias. Erstmals seit 2013 verzeichnete die Branche einen doppelten Rueckgang, der sich auf Bars und Restaurants konzentrierte. Die Zeitung verweist zudem auf einen deutlichen Konsumrueckgang in Spanien, der mit dem Bewusstsein fuer die Risiken des Alkohols und mit veraenderten Lebensgewohnheiten zusammenhaengt.
In den Bilanzen ist das bereits sichtbar. Der Brauer, dem Cruzcampo und El Aguila gehoeren, setzte im vergangenen Jahr 1,035 Milliarden Euro um, ein Minus von 4,6%. Die spanische Tochter zaehlt zu den 17 Maerkten, die der Konzern als prioritaer eingestuft hat und der 2025 Umsatz und Rentabilitaet einbuesste. Die katalanische Gruppe Damm erhoehte ihre Ausschuettung dagegen um 28% auf mehr als 80 Millionen Euro.
Kosten, Kapazitaet und ein Wechsel an der Spitze
Beim niederlaendischen Brauer Heineken wuchs der Betriebsgewinn organisch um 6,7% und lag damit nahe der Obergrenze der Jahresprognose des Unternehmens, so Cinco Dias. Der Konzern hat Rafael Oliveira berufen, der vom Eigentuemer der Kaffeemarke Marcilla kommt, nachdem sein Vorgaenger Dolf van den Brink das Unternehmen verlassen hatte. Die Zeitung beschreibt den brasilianischen Manager als ersten externen Vorstandschef des Brauers ohne Erfahrung im Spirituosen- und Alkoholgeschaeft und schreibt, die Berufung erfolge inmitten sinkender Verkaeufe. Getrennt davon berief ein Brauer eine Fuehrungskraft aus dem Tabakkonzern JTI, wo sie Generaldirektor fuer Iberien war, als Teil des Uebergangsprozesses zum stellvertretenden Generaldirektor.
Kapazitaeten werden weiter aufgebaut. Das zweite Werk der galicischen Gruppe Hijos de Rivera, vor einem Jahr im Industriegebiet Moras in Arteixo (A Coruna) eroeffnet, hat nach einer Investition von 280 Millionen Euro eine Produktion von 100 Millionen Litern erreicht. Die Gruppe erzielte einen Gewinn von 95 Millionen Euro und steigerte den Umsatz dank des neuen Werks um 7%. Ausserdem hat sie ihr Portfolio ausserhalb des Biers durch den Kauf einer galicischen Destillerie ergaenzt. Ein anderer Brauer hat ein neues Werk in Bedford eroeffnet, das er 2022 von Carlsberg uebernommen hatte.
Rohstoff- und Politikrisiken bleiben auf der Agenda. Ein Brauer warnt, dass der Klimawandel bereits seine Faehigkeit beeintraechtigt, Gerste zu beschaffen, den zentralen Rohstoff fuer Malz. Ein anderer haelt trotz Zoellen an seiner Jahresprognose fest, weil 95% seiner Produktion in jedem Markt lokal erfolgt. Ein dritter fuehrt den Gewinnrueckgang 2025 auf Investitionen von 566,3 Millionen Euro zur Staerkung der operativen Faehigkeiten zurueck und raeumt zugleich die Folgen der geopolitischen Unsicherheit ein.